Preis für den Weihnachtsmann

Im November 2020 gab der Pöhler Gemeinderat bekannt, dass Stefan Meinel den Bürgerpreis 2020 bekommt. Jetzt wurde der Grundschullehrer geehrt.

Von Gabi Kertscher

Pöhl/Jocketa -  Der Bürgerpreis wird von der Stiftung der Sparkasse Vogtland finanziert und in der Gemeinde Pöhl seit 2014 an Menschen vergeben, die sich in besonderer Weise für das Gemeinwohl ehrenamtlich engagieren.
Stefan Meinel ist nicht nur in seinem Wohnort Jocketa bekannt. Als der "echte Weihnachtsmann" begeistert er seit den 1980-er Jahren Alt und Jung. Von seinen Qualitäten und Unterrichtsmethoden schwärmen Generationen. 1981 übernahm er die ABC-Schützen der Jocketaer Schule. Seither haben ungezählte Mädchen und Jungen bei ihm Rechnen und Schreiben gelernt. Als Lehrer im Sport- und Sachkundeunterricht erfahren die Grundschüler auch Dinge, die nicht immer im Lehrplan stehen, aber interessant sind. Inzwischen lernen die Kinder der Schulanfänger von 1981 bei ihm.
Er habe nie etwas anderes werden wollen, erzählt Stefan Meinel. Bereits Großvater und Tante waren in dem Beruf tätig. Auf die Idee, in deren Fußstapfen zu treten, brachte ihn sein Lehrer - und Stefan ging zum Lehrerstudium nach Auerbach. "Ich habe es nie bereut."
Wenn er Ende des laufenden Schuljahres Kreide und Tafelschwamm an den Nagel hängt, wird es ihm sicher nicht leicht fallen. Seine 4. Klasse verlässt das Haus und er wird sich seinen Hobbys widmen. Mit Ehefrau Marina, die im Pflegedienst arbeitet, will er reisen. Dabei ist die Ostsee sein Traumziel, aber auch Berge und ferner Länder haben es den beiden angetan. Außerdem sind da noch seine Enkelsöhne. Sohn und Tochter stehen im Berufsleben und werden dankbar sein, wenn sich Opa um die Sprösslinge kümmert. Und dann sind da die Vereine. Als Verbindungsmann zu Sport-, Faschings- und anderen Gruppen steht er bereit, wenn Hilfe nötig ist..
Für Meinel und seine Frau gibt es eine 6. Jahreszeit. Nach den kalendarischen und der Faschingszeit, ist für sie die Zeit rund um Weihnachten etwas Besonderes: Dafür suchen sie immer neue "Familienmitglieder". In ihrer Wohnung stehen über 200 Räuchermänner, viele Nussknacker und Weihnachtsfiguren. Die Wohnung wird zu einem Weihnachtsland, wie es sicherlich selten gibt.. "Überall, wo wir sind, im Sommerurlaub oder auf Ausflügen, schauen wir uns nach etwas neuem um", erzählt der 62-jährige. Dann ist auch die Zeit, in der er in sein maßgeschneidertes Weihnachtsmannkostüm schlüpft. Früher haben ihn seine Kinder als Wichtel und Zwerg begleitet. Heute sind es eher Schülerinnen seiner Klasse. "Am 6. Januar, zu Hochneujahr, wird alles in Kartons verpackt und es wird alles wieder normal."
Das Engagement in den Vereinen und als Pöhler Weihnachtsmann, vor dem auch viele Gemeinderäte Gedichte und Lieder zum Besten gaben, war für die Räte ausschlaggebend, Stefan Meinel mit dem Bürgerpreis auszuzeichnen. Den Preis 2020 wird der Jocketaer in einer der nächsten Sitzungen überreicht bekommen.