Präventions-Stützpunkt gegen Mobbing und Gewalt in Plauen eröffnet

Im Vogtland gibt es immer wieder Gewalt und Mobbing unter Schülern. Mobbing - ein Tabuthema an deutschen Schulen, dies verdeutlichte Anti-Gewalt-Trainer Carsten Stahl am Samstag zusammen mit Thomas Hedrich in Plauen bei der Eröffnung des ersten Stützpunkts gegen Mobbing und Gewalt in Sachsen.

Plauen - "Wir waren von Anfang an auf einer Wellenlänge und haben dieselben Ziele". So beschreibt der Plauener Thomas Hedrich, Betreiber einer Schule für Selbstverteidigung, das Kennenlernen mit Carsten Stahl.

Der ehemalige Personenschützer, TV-Ermittler und Kampfsportler Carsten Stahl, der im berüchtigten Berliner Stadtteil Neukölln aufwuchs und in seiner Kindheit selbst Opfer intensivster Gewalttaten wurde, setzt sich seit knapp vier Jahren im Kampf gegen Mobbing und Gewalt ein.

Stahl reist dafür durch das ganze Land und auch im Nachbarland Schweiz ist er kein Unbekannter. Mit seiner ehrlichen Art, seinem außergewöhnlichen Engagement sowie vollster Hingabe und grenzenloser Motivation erreicht er das Gehör der Kinder und Jugendlichen.

Mit seinem Camp Stahl begeistert er neben Menschen aus Politik, Medien und Wirtschaft auch viele Vogtländer. So unterstützt Andreas Arzt, Geschäftsführer des Auerbacher Unternehmens Fitnesshotline, das Engagement des hünenhaften Berliners. Am Samstag überreichte er symbolisch einen Scheck über 12.000 Euro an Carsten Stahl und seinen Camp Stahl-Verein. Nach der offiziellen Eröffnung durch die zwei Macher Stahl und Hedrich bestand die Möglichkeit zum persönlichen Austausch. Während TV-Privatdetektiv Stahl für Fotos, persönliche Widmungen und den einen oder anderen wertvollen Rat zur Verfügung stand, waren die Offiziellen der EWTO-Schule von über 100 Interessierten dicht umdrängt. Und immer wieder schallten die Worte Mobbing, Schlägerei, Unterdrückung und Gewalt durch die Räumlichkeiten an der Trockentalstraße.

Eine junge Frau schilderte die Erlebnisse ihres Jungen, der regelmäßig von Mitschülern drangsaliert wird. "Mein Sohn wurde bedrängt, geschlagen und in die Toilette gesperrt", erzählte sichtlich ergriffen die Mutter eines Mittelschülers aus Plauen. "Ein Klassiker, unter den Gewalttaten an Schulen", entgegnete Hedrich ehrlich der verzweifelten Frau.

Und nein, es sind nicht die Geschichten aus der Großstadt oder fiktive Erzählungen. Es sind gravierende Einschnitte in Körper und Seele der Opfer. Mobbing ist allgegenwärtig, in Berlin, in Deutschland und auch im Vogtland. "Die Lehrer schauen weg. Sind überfordert. Mit einem Gespräch oder einer Aussprache unter Schülern erreicht man nix. Es werden keine Werte mehr vermittelt. Das Gewaltpotenzial nimmt zu. Mittlerweile gibt es bis zu 500.000 Mobbingfälle pro Woche an unseren Schulen", diese und weitere tiefgehende Ausführungen von Carsten Stahl reflektieren die aktuelle Situation an deutschen und eben auch an vogtländischen Schulen.

"Geflasht, Wahnsinn! Ich bin total überwältig von den vielen Besuchern die heute bei der Eröffnung dabei waren. Wir haben viel vor, so wird es im nächsten Jahr ein Camp zusammen mit dem KIEZ 28-Begegnungszentrum in Chrieschwitz geben", verrät der gutherzige Leiter des ersten Camp Stahl in Sachsen Thomas Hedrich.