Prädikat "besonders hörenswert"

Greiz - Eigentlich haucht Ronnie Taheny ihre Songs mehr, als sie mit einem Übermaß an Inbrunst ins Mikro zu pressen. Taheny ist das Gegenteil einer Rockröhre und doch schenkt die Australierin ihren Liedern eine außergewöhnliche Kraft, die keine Chance zum Weghören lässt. Am Donnerstag gab die Pianistin und Gitarristin im Greizer Café LebensART ihr klangvolles Debüt in der Elsterstadt.

Ronnie Taheny, das sind gut eineinhalb Meter Energie und der lebendige Beweis, dass Größe nichts mit Körpergröße zu tun hat. Charmant, humorvoll und stets ein wenig frech-kokett gewinnt sie vom ersten Moment an ihr Publikum für sich. Ganz so, als wolle sie sagen, hier steht eine Frau, für die Musik das Leben und das Leben Musik ist.

 

Eine Frau, die mit ihren Rastalocken tatsächlich etwas von Pipi Langstrumpf hat und die sich sichtlich und trotz des halben Jahrhunderts an Lebenserfahrung gekonnt vorm Erwachsenwerden gedrückt hat. Mit elf Geschwistern in Adelaide aufgewachsen, war die Familie schon an sich so etwas wie ein Chor. Surfen und auf dem Klavier der Mutter musizieren, bestimmte diese Zeit. Die Musik aber wurde zur Leidenschaft und zum Beruf, der Ronnie Taheny, die sich später die Gitarre autodidaktisch erobert hat, Verträge mit Musikindustrie-Giganten wie Warner und BMG einbracht.

Zu Recht. Denn ihre nachdenklichen, sensiblen, aber auch rockigen Songs verdienen das Prädikat "besonders hörenswert". Die Titel greifen ernste Themen ebenso auf, wie sie lustige Geschichten erzählen. Verpackt wird alles in lyrisch schönen Bildern und getragen von gefühlvollen und trotzdem dynamischen Melodien, die sich beim Blues, beim Folk, beim Rock und hier wie da beim Artrock ihre Anleihen holen.

 

Aus dem Repertoire ihrer CDs schöpft sie dabei gleichermaßen wie sie ihren Zuhörern brandneue Titel präsentiert, wie in Greiz einen erst am Vortag auf der Autobahn entstandenen. Vor allem aber ist es Tahenys klare, weiche Stimme, die hin und wieder einmal kratzig klingen darf und kann, die den Zauber dieser Musik ausmacht.

Zwischen den Liedern gibt?s in einem Gemisch aus Englisch und ein paar Brocken Deutsch Geschichten und Anekdoten, meist mit schwarzhumorigem Hintergrund.  K. Schaarschmidt