Postsäule soll im Sommer wieder eingeweiht werden

Plauen - Plauens Postmeilensäule an der Alten Elsterbrücke wird bis zum Sommer wieder aufgebaut. Die Vorbereitungen dafür laufen. Im Dezember wurde die Säule durch ein Winterdienstfahrzeug umgefahren.

 

Die im Dezember durch den Plauener Winterdienst umgefahrene Postmeilensäule an der Alten Elsterbrücke soll bis zum Sommer wieder aufgebaut werden. Momentan lagert die in mehrere Teile zerbrochene Säule beim Plauener Steinmetzbetrieb Markus Schmidt.

 Der Wiederaufbau des Meilensteins erfolgt in Abstimmung mit den Denkmalschützern in Plauen und Dresden sowie der Forschungsgruppe "Kursächsische Postmeilensäulen", sagt Lutz Armbruster, Leiter der Plauener Gebäude- und Anlagenveraltung (GAV), dem Vogtland-Anzeiger auf Anfrage. Nach dem Unfall habe es mit den zuständigen Behörden ein Treffen gegeben, bei dem der Zustand der Säule genau begutachtet wurde. Derzeit werden mehrere Angebot für den Neuaufbau eingeholt, heißt es.

 Zum Unfallhergang ist bekannt, dass ein Mitarbeiter des Plauener Winterdienstes mit seinem Fahrzeug gerade dabei war, im Bereich der Säule Schnee zu räumen. De Fahrer sei dann im Schnee stecken geblieben und beim Rangieren an die Säule gedrückt worden, erklärt Eric Zapf vom städtischen Bauhof. Für ihn handele es sich klar um einen "KfZ-Haftpflichtschaden". Noch fehle die Deckungszusage der Versicherung vom Unfallverursacher. Zapf gehe davon aus, dass der Versicherer für den entstandenen Schaden aufkommen wird. Die genaue Summe ist noch unklar, sie könnte aber mehrere tausend Euro betragen.

 

"Nach unserer Einschätzung, ist der Schaden relativ hoch", sagt André Kaiser vom Postmeilensäulen Verein. Er ist intensiv in die Arbeiten eingebunden. Die Forschungsgruppe mit derzeit rund 60 Mitgliedern besteht seit 1964. Auf dem ehemaligen kursächsischen Gebiet stehen heute noch mehr als 200 Postsäulen. In Plauen ist laut Kaiser nur die eine an der Elsterbrücke bekannt. Der Punkt sei damals ein wichtiger Verkehrsknoten gewesen. Die so genannten Stadtsäulen sind in der Regierungszeit von Augusts des Starken an strategisch wichtigen Post- und Handelsstraßen errichtet worden.

 Die Plauener Postsäule ist eine Nachbildung und sie wurde 1986 wieder errichtet. Die ursprüngliche Säule sei im Verlauf des 19 Jahrhunderts verschwunden, so Kaiser. Das Original stamme aus dem Jahr 1726. Ein Kupferstich aus dem Jahr 1735 mit Säule und Brücke befinde sich noch heute im Archiv des Vogtlandmuseums. Bei dem Wiederaufbau kann das Wappenstück der zerbrochenen Säule wiederverwendet werden, sagt Kaiser.

 Durch die natürliche Verwitterung wäre in den nächsten Jahren eine Restaurierung für die Säule angestanden. "Die Farbfassung muss alle 20 Jahre erneuert werden." Bei der Errichtung 1986 wurde der Postsäulen Verein nicht eingebunden. Inschriften sind damals nicht mit an den Stein gekommen. Dies soll sich nun ändern. Die neue Säule soll die Wegstunden Richtung Hof, Leipzig, Chemnitz und Böhmen zeigen. Zur feierlichen Einweihung im Sommer werde auch eine historische Postkutsche aus Erlbach dabei sein.