Porträts in Öl

Zum ersten Mal zeigt die Plauener Malerin Jana Geilhof ihre Kunstwerke in einer Einzelausstellung. Die Bilder hängen ist in der Kultur- und Tourismusinformation im Zoephelschen Haus in Oelsnitz. Zu sehen sind sie frühestens ab Dezember.

Oelsnitz - Man muss genau hinschauen, um zu erkennen, dass die Portraits der Plauener Künstlerin Jana Geilhof keine Fotos sind, sondern gefühlvolle und ausdrucksstarke Malereien. Eine Auswahl ihres Schaffens präsentiert sie jetzt in einer Einzelausstellung in Oelsnitz.
Die Werke sind im Zoephelschen Haus unter dem Titel "Schichten der Gefühle" zu sehen. Benannt in Anlehnung dessen, wie ihrer Werke zustande kommen. Nämlich mit einer speziellen Trockenmaltechnik (Dry Brush Technik). Dabei werden anfangs schwarze Ölfarben in feinen und filigranen Strukturen dünn mit einem trockenen Pinsel auf Papier aufgetragen. Schattierungen und Konturen erfolgen Schritt für Schritt in mehreren Schichten. Auch Bilder in farbiger klassischer Ölmalerei werden von ihr in mehreren Schichten auf Malplatte oder Leinwand aufgetragen. Besonders die Portraitmalerei hat es ihr angetan. Denn hier könne man Gefühle und Persönlichkeiten ganz besonders gut transportieren.
Die Portraits entstehen anhand von Fotovorlagen. "Beim Malen fließt jedoch sehr viel von meiner Individualität mit ein, um den Bildern einen bestimmt Ausdruck zu verleihen. Deshalb gibt es da oft kleinere Unterschiede", erklärt Jana Geilhof. Wichtig sei ihr, dass der Betrachter sich auf die Bilder einlässt und seine eigene Interpretation und Sichtweise darauf hat. "Diese kann ganz anders als meine sein, als ich das Bild gemalt hatte", so die 48-Jährige.
Die filigranen Maltechniken hat sich die gelernte Bauzeichnerin selbst beigebracht. Los ging es schon in jungen Jahren, als sie mit Bleistift ihre Familienmitglieder auf Papier brachte.
Später standen Freunde für die ersten Ölgemälde parat. "Die Resonanz war schon damals immer sehr gut. Deshalb reifte in mir der Entschluss, mich vor neun Jahren als Auftragsmalerin selbstständig zu machen."
Ermutigt und bestärkt in ihrer Arbeit, wurde sie von mittlerweile zwei verstorbenen Experten der Plauener Kunstszene, dem ehemaligen Malzhaus-Galerist Peter Hochel und dem Plauener Maler Manfred Feiler. Durch Peter Hochel konnte sie im Malzhaus ab 2015 hin und wieder ausstellen. Manfred Feiler erkannte ihr Talent und sprach ihr Mut zu, künstlerisch ihren eigenen Weg zu gehen. So war Jana Geilhof in den letzten Jahren immer wieder bei Gruppenausstellungen auf Kunstmessen zusammen mit nationalen und internationalen Künstlern vertreten, unter anderem seit vier Jahren bei der Kuboshow in Herne/Nordrhein-Westfalen. Auch in der Galerie Weise in Chemnitz oder in der Kunsthandlung Geyer auf der Forststraße in Plauen sind ihre Werke zu sehen.
Die aktuelle Schau in der Kultur- und Tourismusinformation in Oelsnitz ist die erste Einzelausstellung von Jana Geilhof. "Ich freue mich sehr, dass das geklappt hat." Dass sie sich in der Region mit ihrer Kunst einen Namen gemacht hat, zeigte am Samstag die Resonanz zur Ausstellungseröffnung. Nicht nur Oelsnitzer sondern zahlreiche Plauener Interessierte fanden den Weg ins Zoephelsche Haus. Zu sehen sind die Bilder wegen der Corona-Beschränkungen allerdings derzeit nicht. cbert