Polizeirevier wird zukunftsfit

Wenn am Donnerstag Sachsens Innenminister Roland Wöller in Plauen das neue Fahndungs- und Kompetenzzentrum im Polizeirevier offiziell eröffnet, dann ist dies ein erster Schritt in die polizeiliche Zukunft der Spitzenstadt. Denn noch in diesem Jahr wird die Sanierung des Polizeisitzes in der Freiheitsstraße begonnen.

Von Ingo Eckardt

Plauen - Bezüglich der Baumaßnahmen wird am 28. August gleich noch der nächste Minister vorbei schauen - Finanzminister Dr. Matthias Haß will voraussichtlich bei einem Vor-Ort-Termin über die bauliche Seite der Sanierung informieren, heißt es von Steve Hohenberger aus dem Finanzministerium. Sicher scheint nach Stand der Entwurfsplanung derzeit nur, dass die Sanierung vermutlich heuer gar nicht mehr starten wird. Im aktuellen Doppelhaushalt habe man Planungsmittel in Höhe von 2,8 Millionen Euro eingestellt, heißt es aus dem Ministerium. Wie teuer der Umbau des traditionellen Standortes an der Freiheitsstraße werden soll, sei derzeit noch unklar - schließlich habe der geplante Zuwachs an Personal bei der Polizei die Anforderungen verändert. Generell gibt man sich im Finanzministerium mit Informationen eher zurückhaltend. Deutlich auskunftsfreudiger ist da Polizeipräsident Conny Stiehl, der sich natürlich vor allem mit strukturellen Themen rund um die Sanierung des Stadtortes Plauen beschäftigt.
"Man kann den Standort an der Freiheitsstraße nicht nur als ein normales Polizeirevier betrachten. Neben den 160 Kollegen des Reviers haben wir vor Ort eine starke Kripo-Außenstelle und 25 Kollegen, die im Ermittlerteam tätig sind. Mit der Sanierung werden wir eine starke Kriminaltechnik-Komponente hier haben, vor Ort werden wir neu eine Arbeitsgruppe Brandursachenermittlung installieren, die kriminalpolizeiliche Auswertung wird in Plauen angesiedelt und eine gemeinsame Fahndungsgruppe mit der Bundespolizei gibt es vor Ort auch. Dazu kommt das in dieser Woche startende Fahndungs- und Kompetenzzentrum", umreißt der Polizeipräsident das Spektrum der polizeilichen Arbeit in Plauen. 
Dieses unterscheidet sich de facto nur durch das Fehlen der Stabsstelle von der Polizeidirektion in Zwickau. Die Plauener PD wurde im Zuge der sächsischen Polizeireform vor fast 15 Jahren mit der in Zwickau zusammen gelegt. "Die Kollegen von damals sind zu einem Teil mittlerweile im Ruhestand, ein Teil ist bis heute im Lagezentrum in Zwickau tätig, andere wechselten zur Verkehrspolizeiinspektion im Autobahnrevier Reichenbach, das Gros der Leute aber blieb in Plauen - im Revier oder in der Kripo-Außenstelle. Es ist für mich ein wenig schwierig, dass so wenige ehemalige Plauener Kollegen in der PD Zwickau Dienst tun. Es wäre einfach schon gut, wenn das Führungs- und Lagezentrum paritätisch aus dem Vogtland und dem Zwickauer Land besetzt wäre - allein schon wegen der besseren Ortskenntnis", meint Stiehl, der selbstkritisch bemerkt, dass es in den vergangenen Jahren zu selten gelungen sei, junge Vogtländer für die Polizeiarbeit zu rekrutieren. So erkläre sich, dass zu wenig Führungskräfte aus dem Vogtland nachrückten.
Derzeit liefen die Planungen der Sanierung im Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) auf Hochtouren, um die Arbeitsbedingungen am Plauener Standort auf aktuellen Stand zu bringen. Der unsanierte Zustand sei seit Jahren unbefriedigend, sagt Stiehl und nennt als Beispiel den Eingangs- und Wachbereich, der dringend erneuert werden müsse. "Insbesondere im Bereich der Kriminaltechnik werden wir eine große Aufwertung erreichen. So werden beispielsweise die Laborausstattungen auf neuesten Stand gebracht, die Brandermittler bekommen eigene Umkleiden und Labore, der Erkennungsdienst erhält bessere Ausstattungen, die gesamten Sanitärräume und Umkleiden müssen auf Vordermann gebracht werden, die Streifendiest- und Wachbereiche werden sicherer gestaltet und auch die Bedingungen der Gewahrsam-Räume verbessert", zählt Conny Stiehl die besprochenen polizeilichen Anforderungen auf. Natürlich müssten die Flure und Treppenhäuser in Ordnung gebracht werden. Die Büros im Gebäude würden zudem funktionaler und moderner gestaltet, dazu wird der Breitbandausbau voran getrieben. Dafür gäbe es ein Konzept namens "IOK 2020", das die Erneuerung der IT-Landschaft bei der Sächsischen Polizei beinhalte. Dazu käme dann noch die Sanierung der Garagen und der Bau von Carports für die Einsatzfahrzeuge auf dem Polizeihof. "Ungeklärt ist noch die Frage nach der Zukunft der Sporthalle. Ich hoffe, wir bekommen da eine für alle Seiten sinnvolle Lösung hin. Schließlich wird die Halle außer für unseren Polizeisport auch oft für Vereinssport genutzt", so Polizeipräsident Stiehl.