Polizei vermutet Brandstiftung in Reichenbach

Reichenbach - Bei einem Brand im ehemaligen Markant-Markt in Reichenbach sind am Sonntagabend laut Schätzung der Polizei rund 300 000 Euro Sachschaden entstanden. Verletzt wurde dabei vermutlich niemand. Weil die Polizei Brandstiftung vermutet, hat die Kripo die Ermittlungen aufgenommen.

Kurz nach 21 Uhr ging der Notruf bei der Feuerwehr ein. 85 Kameraden aus Reichenbach, Rotschau und anderen Ortsteilen sowie aus Plauen eilten in neun großen Feuerwehrautos zum Löscheinsatz. Beim Eintreffen in der Heinrich-Heine-Straße stand die Front des Gebäudes bereits lichterloh in Flammen. Brisant dabei, auf dem Dach des Hauses befinden sich zahlreiche Photovoltaik-Elemente. Schnell hatten die Kameraden die hochschlagenden Flammen unter Kontrolle. Schwieriger gestaltete es sich dann, an die Brandherde, die sich in der Dämmung unter der Gebäudeverkleidung befanden, heranzukommen. Mittels Drehleiter hievten sich die Feuerwehrleute an die vermuteten Stellen, entfernten Teile der Verkleidung und löschten so auch im Gebäudeinneren.

Einen brennenden Holzstapel vor dem Gebäude vermutet die Polizei als Ursache, dass der ehemalige Einkaufsmarkt in Flammen aufging. Bei ihrem Eintreffen am Brandort bemerkten die Beamten einen Mann, der sich gerade aus dem Staub machen wollte. Mit Hilfe eines Fährtenhundes konnte dem 56-Jährigen dann aber schnell nachgewiesen werden, dass er sich am unmittelbaren Brandort aufgehalten hatte. Ob er das Feuer jedoch gelegt hat oder nur aus Neugier zugegen war, versucht die Kripo nun herauszufinden. Sie geht dabei auch der Frage nach, wie der Brand überhaupt entstanden ist.

Der ehemalige Markant-Markt wurde vor ungefähr zehn Jahren geschlossen. Später kaufte ein Privatmann das Grundstück. Er betreibt im benachbarten Heinsdorfergrund einen Haustechnik- und Sanitärbetrieb und vertreibt und installiert offenbar auch Solaranlagen. Seit Monaten saniert er den ehemaligen Markt aufwändig. Alles deutet darauf hin, dass er dorthin seinen Firmen- wie auch seinen Wohnsitz verlegen will. Nun das Feuer, das diesem Vorhaben wohl erst mal einen Riegel vorgeschoben hat. Aber unterkriegen will sich der Eigentümer offenbar auch nicht lassen, obwohl er im Sommer bereits Opfer der Flut war. Am Montag vernagelte er die "Löcher" in der Hausfassade, die durch geborstene Glasfassaden-Teile und zerschlagene Verkleidung entstanden waren, mit Pressspanplatten. Damit will er vermeiden, dass weiterer Schaden entsteht. Ina Ullmann