Polizei fahndet nach Kleintransporter

Die Polizei fahndet fieberhaft nach dem Fahrer eines Kleintransporters, der am 4. September in Reichenbach den 26-jährigen Richard Schemmrich überfuhr und dabei tötete. Nach der Sendung bei "Kripo live" am Sonntagabend gibt es nun erste Hinweise.

Reichenbach - "Wir haben rund 20 Hinweise erhalten", sagt Polizeisprecherin Annett Münster am Montag gegenüber dem Vogtland-Anzeiger. Diese müssten nun ausgewertet werden. In der MDR-Sendung kommt vor allem Polizeihauptkommissarin Claudia Walter-Thümmler vom Verkehrsunfalldienst Reichenbach zu Wort.

Gesucht werde nach einem Kleintransporter (3,5 und 4,5 Tonnen Gewicht). Anhand von Skizzen und nachgestellten Szenen werden die letzten Minuten des jungen Reichenbachers nachkonstruiert.

Richard Schemmrich sei nachts von einer Geburtstagsfeier seines Onkels aus Mylau gekommen. Gegen 1.25 Uhr habe ein Pärchen den relativ großen Mann, der blaue Shorts trug, am Fußweg entlang der B 173 torkeln gesehen. Von Mylau bis kurz nach dem Mc Donalds-Restaurant, wo 2.15 Uhr die Leiche des jungen Mannes auf der Straße gefunden wurde, waren es etwa 20 Minuten Fußweg. Anhand der Reifenspuren, die die obduzierte Leiche aufwies, sei der junge Mann zwei Mal von dem Fahrzeug überrollt worden - Überrollspuren wiesen der rechte Oberschenkel und die linke Schulter auf.

Hintere dicke Zwillingsreifen lassen auf einen Kleintransporter schließen. Richard Schemmrich muss kurz vor dem schrecklichen Unfall die Straße überquert und hingefallen sein. Die Ermittlerin nimmt an, dass der junge Mann bereits auf der Straße lag, als das unbekannte Fahrzeug kam. Walter-Thümmler: Der Fahrer hätte den Körper liegen sehen müssen, zumal auf dem Straßenabschnitt 30er-Zone und alles beleuchtet gewesen sei. Auf fahrlässige Tötung mit Fahrerflucht stehe übrigens eine Geldstrafe und Gefängnis bis zu 5 Jahren.

"Die Betroffenheit unter den Spielern ist sehr groß, die Anteilnahme riesig", sagt Michael Klose, Trainer der 1. Männermannschaft der SG Rotschau. Dort war Richard seit dieser Saison Torwart. Klose: "Richard war ein sehr guter Torwart, er hatte ja auch die Körpergröße dafür. Und er hatte immer ein Lächeln auf den Lippen."

Bevor er bei Rotschau spielte, war der Reichenbacher Torwart und Kapitän beim VFC Reichenbach. Auch dort ist die Trauer groß - über Facebook wurde kondoliert, ebenso liegt ein Kondolenzbuch bei den Spielen am Stadion aus. Die Rotschauer gingen am Samstag mit Trauerflor am Ärmel auf den Platz. Nächstes Jahr wolle man ein Benefiz-Spiel im Reichenbacher Stadion zu Ehren von Richard auf die Beine stellen - vielleicht mit einer Promi-Mannschaft aus Dresden, Chemnitz oder Red Bull Leipzig.

Das Geld soll der Lebensgefährtin und der zweijährigen Tochter zukommen. Am 22. September wird der Student, der Mathe- und Physiklehrer werden wollte, auf dem Reichenbacher Friedhof begraben. Cornelia Henze