Polizei bleibt in der Spur

Plauen - Die Polizei fährt Straßenbahn: Gestern durften Beamte des Polizeireviers Plauen sich hinter das Steuer einer Straßenbahn setzen. Und das nicht nur zum puren Spaß.

 

Dienstunterricht nannte sich das Ganze - mit einem ernsten Hintergrund. "Wir wollen gerade bei Unfällen mit der Bahn wissen, wie die Sicht des Fahrers ist, welche Möglichkeiten er hat, einem Unfall auszuweichen, wie er reagieren kann. Wenn man selbst einmal solch eine Straßenbahn gelenkt hat, ist vieles verständlicher", erklärte Polizeihauptkommissar Frank Reichelt, der sich als Erster seiner Truppe hinters Steuer setzen durfte und vom Oberen Bahnhof bis zur Kreuzung Albertplatz/Bahnhofstraße fuhr.

An die Seite bekamen die Beamten einen erfahrenen Straßenbahner gesetzt: Karsten Schubert ist leitender Fahrlehrer der Plauener Straßenbahnen. Die meisten der 60 Fahrer hat das Einmaleins bei ihm gelernt. Das Fahren auf Schienen sei keineswegs monoton und einfach. Gerade in Gefahrensituationen sei eine Bahn doch manchmal "ein ganz schöner Bock", so Schubert. "Wir können nicht nach links oder nach rechts ausweichen wie zum Beispiel Autofahrer.

Der Bremsweg ist länger, weil 20 Tonnen erst einmal zum Stehen gebracht werden wollen", klärte er die Polizisten auf. Da könne schon manchmal der Eindruck entstehen, der Fahrer sei zu schnell gefahren, weil es so lange dauerte, bis er still stand.

Die Höchstgeschwindigkeit der Straßenbahn liegt übrigens bei 25 Stundenkilometer. Bergab darf sie nur 20 fahren. Auf der Fahrt durch Plauen wies er auf sämtliche Schwerpunkte hin und auf die gefährlichsten Stellen. Eine davon sei zweifellos die Bahnhofstraße.

 

"Das ist eine Fußgängerzone. Dort sind wir quasi Gast. Dort haben die Fußgänger jederzeit Vorrang." Die gefährlichste Stelle in Plauen sei aber die Hofer Straße/Ecke Reichenbacher Straße. "Dort ist es in beide Seiten kompliziert - für Bahn und Auto", so Schubert.. Aber jetzt wissen die Beamten ja bestens Bescheid über die Tücken einer Straßenbahnfahrt. -as