Playing in the Band - Legenden sterben nie

PITB. Klingt wie eine geheimnisvolle Abkürzung und ist in gewisser Weise auch eine. Das Kürzel steht für "Playing in the Band" und ist der Pflichttermin für alle Deadheads - Fans der Musik von Grateful Dead. Die 19. Auflage steigt vom 30. Mai bis 1. Juni im Malzhaus.

Von Torsten Piontkowski

Plauen - Beate und Gerd Baumann aus dem beschaulichen Buch bei Treuen haben in diesen Tagen noch weniger Zeit als sonst. Ihr "Baby", das Festival "Playing in the Band", geht auf die Zielgerade und auch die zur 19. Auflage eingeladenen Musiker befinden sich quasi schon in den Startlöchern. Die weiteste Anreise haben diesmal "Grateful Dudes". Drei der sechs Musiker dürften sich noch an Plauen erinnern - spielten sie doch einst bei "Cosmic Charlies", der "Shotgun Ragtime Band" und bei "Deadicace", die ihre Fans bei früheren Auflagen von PITB im Vogtland begeisterten. "Wir verfolgen ja wie sich die Szene entwickelt und versuchten schon im Vorjahr, die "Grateful Dudes" nach Schneidenbach zu holen", sagt Gerd Baumann, dem die Freude ins Gesicht geschrieben steht, dass es diesmal geklappt hat. Das Sextett spielt als Tribute-Band nahezu ausschließlich Dead-Material, es mischt sich Reife mit dem Willensdrang der Jungen, beschreibt Baumann den musikalischen "Zustand" der Band, die quasi auf den "letzten Pfiff" anreist. Zwei kommen am Donnerstag erst gegen 18 Uhr mit dem Flieger in Leipzig an, die anderen Vier reisen mit dem Auto, weil sie nicht auf ihre eigenen Instrumente verzichten möchten. Und mit den Grateful Dudes hat auch zu tun, was Baumann als Premiere bezeichnet und was die Amerikaner "Three night Run" nennen: Eine Band spielt an drei aufeinander folgenden Abenden drei völlig unterschiedliche Konzerte - und genau das können die Besuch des Malzhauses von Donnerstag bis Samstag erleben.
Für den akustischen Part sorgt diesmal "Jawbone". Die Hamburger hatten sich musikalisch eine Weile aus den Augen verloren und nun wieder zusammengefunden. Die Jungs von der Küste bringen Banjo und Geige, Waschbrett und Bass mit, um das Publikum am Samstag ab 20 Uhr mit traditioneller amerikanischer Musik zu begeistern - immer mit einem gewissen Schalk im Nacken, wie Beate Baumann anfügt. Auch bei "Jawbone" handelt es sich um "Wiederholungstäter.
"Schluff Jull" reisen aus dem niederrheinischen Viersen an - die altgediente Jamband kann auf mittlerweile sechs Platten verweisen. Mit ihrer Mischung aus unwiderstehlichen Grooves, riffbetonten Rocknummern und lässigem Bar-Jazz-Soul beenden sie den Konzertabend am Freitag mit einem längeren Set - und werden dabei auch ihres im Vorjahr verstorbenen Trompeters Schorsch Rikken gedenken. Verstärkung an den Percussions bekommen sie von Matthias Peter aus Potsdam, vielen Vogtländern sicher noch in Erinnerung als Initiator des Burgrock in Mylau. "Schluff Jull" hatte sich ausdrücklich gewünscht, von Peter unterstützt zu werden, deren eigener Percussionist der Überzeugung ist, dass er mit keinem besser spielen könne als mit Matthias Peter. "Und wenn der Matthias schon mal da ist und mit seinem Bus voller Percussion-Instrumente anreist, dann könnte er doch das PITB am Donnerstag mit einem Teil seines Soloprogramms MPercussion eröffnen", sagt Gerd Baumann und freut sich natürlich, dass sein Plan aufgegangen ist.
Alle Musiker werden übrigens nach schweißtreibender "Arbeit" auf der Malzhausbühne im Hotel Alexandra übernachten, die von weither angereisten Fans - beispielsweise aus Hamburg, Köln, Leipzig und sogar der Schweiz - nehmen sich eine Mütze Schlaf in ihren Autos, die "Wagenburg-artig" rings ums Malzhaus platziert werden. Und die ganz "Harten" werden auf der eigens aufgebauten Open Air-Bühne nächtigen, einige wohl auch im "Schnarchsaal", dem Vereinszimmer des Malzhauses, plaudert Beate Baumann aus dem Nähkästchen. 
"75 Dauerkarten sind im Vorverkauf raus, 90 Anmeldungen liegen vor", freut sich Gerd Baumann über die seit Jahren anhaltende gute Resonanz und kann sich noch an die Anfänge erinnern, als so mancher Vogtländer fürchtete, hier mache sich eine "Sekte" breit. Und so lädt der Spiritus Rector seine Landsleute noch mal ganz speziell ein: "Wir freuen uns über jeden Einheimischen, der an allen oder einem der drei Tage vorbeischaut." Und Eingeweihte wissen längst, dass man sich in dieser familiären Atmosphäre am wohlsten mit dem passenden Outfit fühlt - also Batik-Klamotten, wie sie jeder mit den legendären Grateful Deads verbindet.
Alle weiteren Infos unter 
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www.germanheads.de

Ticketpreise

Einzelkarten Donnerstag 19 Euro
Freitag 22 Euro
Samstag 26 Euro
Dauerkarten alle drei Tage 60 Euro