Plauens Revierförsterin Gabi Fischer geht in Ruhestand

Mehr als 2300 Hektar Kommunalwald war ihr Revier: Plauens Revierförsterin Gabi Fischer verabschiedet sich Ende März nach 20 Jahren in den Ruhestand.

 

Plauens langjährige Revierförsterin Gabi Fischer verabschiedet sich nach 20 Jahren im Dienst in den Ruhestand. Seit ihrer Ausbildung zum Forstfacharbeiter 1968 in Flöha arbeitete sie in der Forstwirtschaft. Es ist ein Job für Einzelgänger. Gabi Fischer machte ihre Wald-Kontrollgänge stets allein. Angst vor Gefahren habe sie dabei aber nie gehabt, erzählt sie: "Überfallen hat mich niemand." Auch vom Weg ist die Vogtländerin so gut wie nie abgekommen. "Ein Förster darf sich nicht verlaufen." Nur einmal, daran kann sie sich noch genau erinnern, sei sie abgerutscht und in einen Bach gestürzt. Verletzt habe sie sich nicht. Pilzsucher werden die Revierförsterin sicher beneiden. Sie kennt unzählige Pilz-Stellen.

Gabi Fischer kennt den regionalen Wald besser, als kaum ein anderer. Sie ist förmlich mit ihm verwachsen. "Es ist mein Traumberuf", sagt sie. Auch wenn die 60-Jährige von ihren Schulnoten her etwas anderes machen hätte können, entschied sie die gebürtige Chemnitzerin für die Natur. Ihren Vater auf der Jagd habe sie immer begleitet und war schon als Kind immer gern im Wald, sagt sie.

Nach Plauen als Revierförsterin kam Gabi Fischer 1991. Zuvor arbeitete sie unter anderem in der Forstverwaltung Adorf und längere Zeit in einem Oelsnitzer Forstbetrieb und übernahm dort den Revierdienst. Anfang der 1990er Jahre kümmerte sich die Revierförsterin vor allem darum, Waldflächen von der Treuhand zurück in städtische Hand zu bringen. Dies sei nicht immer einfach gewesen. Die Treuhand wollte genaue Eigentümernachweise für die einzelnen Waldflächen. Nächteweise habe sie damals in Archiven nach den alten Unterlagen gesucht.

Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Aufgaben und auch Waldflächen dazu, so Gabi Fischer. Die regelmäßige Kontrolle und Bestandsaufnahme nehme viel Zeit in Anspruch. Die Stadt Plauen ist mit rund 2300 Hektar der zweitgrößte Kommunalwaldbesitzer in Sachsen. Ihr gehören Flächen unter anderem an der Talsperre Werda und in Burgstein. Die Plauener Revierförsterin hat in den vielen Jahren auch mitbekommen, wie sich der Wald auf Grund von Umwelteinflüssen verändert. Ein wichtiges Aufgabengebiet ist die Aufforstung. In den letzten fünf Jahren sind auf den Waldflächen rund eine halbe Million Bäume gepflanzt worden. 2010 sei für den Wald ein gutes Jahr gewesen. Dadurch es keine größeren Stürme gab, konnte der Wald etwas durchatmen, sagt Fischer. Auch der Borkenkäfer war nicht ganz so gefräßig.

Der neue Revierförster heißt Steve Fischer. Der 25-Jährige Diplom Ingenieur für Forstwirtschaft übernimmt ab April das Amt. Bis dahin werde er von Gabi Fischer eingearbeitet.                Martin Reißmann