Plauens Platz in den Alpen

Die Sektion Plauen-Vogtland des Deutschen Alpenvereins hat eine eigene Hütte im Gebirge: Heute vor genau 120 Jahren wurde sie eingeweiht. Gute Gelegenheit für einen Rückblick.

Von Michael Frotscher*

PlauenAm 14. November 1882 wurde unter dem Namen "Sektion Vogtland des DOeAV" (Deutsch-Österreichischer Alpenverein) unsere Plauener Alpenvereinssektion gegründet. Bald beschäftigten sich die Mitglieder mit dem Gedanken, eine eigene Hütte in den Alpen zu errichten. Dazu wurde am 4. Oktober 1892 ein Hüttenbaufonds begründet und in den Jahre 1894 bis 1896 nach einem geeigneten Hüttenbauplatz Ausschau gehalten.
Am 6. Oktober 1896 fiel dann die Entscheidung, die Hütte im Kuchelmooskar des Zillergründls zu errichten.
Nach der weiteren Klärung von rechtlichen und finanziellen Fragen, der Erstellung der Baupläne und der Vergabe der Bauausführung, begann man am 12. August 1897 mit dem ausheben der Baugrube.
Nur ein Jahr später war die Hütte bereits im Rohbau fertig, bis zum Oktober 1898 wurde noch an der Inneneinrichtung gearbeitet.
Die Feier zur Hütteneinweihung im Juli 1899 gestaltete sich zu einem "wahren Volksfest für das ganze Zillertal". Am 19. Juli 1899 wurde dann die Plauener Hütte im Kuchelmooskar feierlich eingeweiht.
Die steigende Anzahl der Hüttenbesucher machte bereits 1912 (Anbau der markanten Glasveranda) und 1925 (Hebung des Dachstuhls, Anbau Winterraum, Einbau der heutigen "Sperkenecke") umfangreiche Bauarbeiten erforderlich.
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges fiel die Hütte an den österreichischen Staat. Nach einem Unterpachtvertrag 1956 und ersten dringenden Reparaturarbeiten konnte die in der Bundesrepublik wiedererstandene Sektion 1959 die Hütte und den Grund und Boden erwerben.
In den 1970er Jahren begannen im Zillergrund die Vorbereitungsarbeiten für den Staudammbau. Dies hatte auf die Hüttenbewirtschaftung maßgeblichen Einfluss. Im Zusammenhang mit diesen Arbeiten wurde 1985/1986 die Plauener Hütte umgebaut und erweitert.
Nur wenige Jahre nach der politischen Wende 1989 kehrte die Plauener Alpenvereinssektion 1995 in ihre alte Heimat zurück. 1999 konnte man gemeinsam 100 Jahre Plauener Hütte feiern.
Seit 2013 wurden an unserer Plauener Hütte umfangreiche Modernisierungsaufgaben durchgeführt, die dazu dienten den Hüttenbetrieb den gesteigerten Umweltanforderungen in dieser sensiblen Hochgebirgswelt anzupassen: 2013 Ablösung des Dieselaggregates und Bau der Photovoltaikanlage, 2014 Wasserkraftwerk und Druckleitung, 2017 Abwasserprojekt.
Diese vielfältigen Maßnahmen wurden dann im Herbst 2017 mit der Verleihung des Umweltgütesiegels für die Plauener Hütte gewürdigt.
In diesem Jahr konnte die Plauener Hütte wegen des lang anhaltenden Winters und umfangreichen Schäden an der Hütte und der Materialseilbahn erst mit dem verspäteten "Anhütten" am 28. Juni eröffnet werden. Beim ersten Arbeitseinsatz an diesem Wochenende war die Seilbahn bereits wieder repariert. Viele fleißige Hände haben auch schon die meisten Schäden an der Hütte und den Außenanlagen beseitigt. Somit steht einem Besuch der Plauener Hütte in diesem Sommer/ zum bevorstehenden Hüttenjubiläum am 19. Juli nichts im Wege. Wir wünschen unserem Hüttenwirtspaar Edith und Michael und allen Bergfreunden einen schönen Bergsommer in den Zillertaler Alpen!
*Michael Frotscher ist Archivverantwortlicher der Sektion Plauen-Vogtland des Deutschen Alpenvereins