Plauenerin muss 13 Jahre hinter Gitter

Fast ein Jahr nach der tödlichen Armbrustattacke auf einen Rentner in Weiden ist ein Bundeswehrsoldat wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht der Stadt sah es als erwiesen an, dass der 23-Jährige im Januar den 66-Jährigen auf einem Spazierweg in Weiden mit einer Armbrust angeschossen und dann mit mehr als 20 Messerstichen umgebracht hatte. Seine damalige Freundin, die aus Plauen stammt und bei der Tat Schmiere gestanden hatte, erhielt eine Haftstrafe von 13 Jahren und zwei Monaten unter anderem wegen Beihilfe zum Mord.

Nach Überzeugung des Gerichts waren beide Angeklagte heimtückisch und habgierig vorgegangen. Das einstige Liebespaar habe den 66-jährigen Mann, ein Zufallsopfer, kaltblütig ermordet, um ihn anschließend ausrauben zu können. Die Kammer stellte bei dem Haupttäter die besondere Schwere der Schuld fest und folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Damit ist eine vorzeitige Entlassung des Mannes nach 15 Jahren kaum möglich. Bei der Frau übertraf das Gericht das von der Anklage geforderte Strafmaß von zwölf Jahren und drei Monaten Haft. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Soldat und seine Ex-Freundin eine ganze Serie von Raubzügen geplant hatten. Mit den erbeuteten Geldern wollten sie sich ein Leben im Ausland finanzieren.

Am Abend des 25. Januars legten sich Florian K. und Katja R. an einem Gehweg in Weiden auf die Lauer. Mit seiner Armbrust schoss der Soldat von hinten auf den zufällig dort spazierenden Rentner. Nachdem der Pfeil an dessen Schulterblatt abgeprallt war, stürzte sich der Mann mit einem Survival-Messer auf den 66-Jährigen und stach ihm 21 Mal in den Rücken und den Kopf. Die Komplizin sicherte derweil den Tatort ab.

Danach hätten die Täter das Opfer nur deshalb nicht ausgeraubt, weil sie unter Schock standen, so das Gericht. Während der Rentner verblutete, flüchtete das Pärchen. Florian K. und Katja R. setzten sich auf die Kanarischen Inseln ab. Zwei Wochen nach dem Mord wurden sie auf Fuerteventura gefasst.