Plauenerin denkt bei Spejbl und Hurvinek an Kindheit

Plauen - Jana Baumgärtner zaubert es jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht, denkt sie an das berühmteste Vater-Sohn-Gespann Tschechiens: Spejbl und Hurvinek. Die zwei Marionetten gehören für die Plauenerin, die in Karlovy Vary in Tschechien geboren und aufgewachsen ist, zur frohen Erinnerung an ihre Kindheit.

 

"Wie bei den Deutschen der Sandmann, sind die zwei Holzfiguren oft abends im tschechischen Fernsehen zu erleben gewesen", sagt die 43-Jährige, die das Vater-Sohn-Paar ins Herz geschlossen hat wie auch den Maulwurf, der mit seinen Abenteuern die kleinen Tschechen in Atem hielt. Und man muss zudem erwähnen, klar, auch in der früheren DDR war das Gespann bei Groß und Klein sehr beliebt.

 

Schon 1926 wurden die zwei Figuren von Puppenspieler Josef Skupa entwickelt. Bis heute kann man die herzerfrischenden Dialoge von Vater Spejbl mit Sohnemann Hurvinek im Marionettentheater Prag erleben. Dazu gesellte sich später noch das Mädchen Manicka, die kleine, feine Freundin des Sohnes. Nicht nur in der tschechischen Hauptstadt ist das Theater zu erleben. Auch auf Tour geht das Duo und zwar durch ganz Europa und am Montag sind sie sogar ganz in der Nähe zu erleben - im König Albert Theater Bad Elster.

"Wie der kleine Hurvinek seinen Vater immer ausfragt, weil er so neugierig und wissbegierig ist und manchmal auch nervt, das hat mir stets gefallen und mich oft zum Lachen gebracht", erzählt die Karlsbaderin, die ihre Liebe in Deutschland fand und mit ihrem Mann Sven in Plauen lebt. Hier ist sie als Lehrerin in der Volkshochschule tätig. Ihr Fach: Tschechisch. Und welch ein Zufall: Frau Baumgärtner nimmt schon mal den Spejbl und Hurvinek (auf einer CD) als Lehrmittel zur Hand, um den deutschen Schülern ihre melodisch schöne Heimatsprache näher zu bringen. "Bei den Dialogen der beiden ist es aber gar nicht so einfach, vom Tschechischen ins Deutsche zu übersetzen", weiß die Pädagogin, die lächelt als sie an Hurvinek denkt, wie er mit hoher, weicher Stimme seinen Vater nervt: "Paaaaaaaapi, weißt du eigentlich...?"

Von Frank Blenz