Plauener zu zwei Jahren Haft verurteilt

Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, schlug der gelernte Maurer, der zurzeit in einer anderen Sache ein Ersatzfreiheitsstrafe verbüßt, seinem Opfer das Gebiss kaputt. Zuvor hatte er bereits die Haustür eingetreten und sich gewaltsam Zutritt zu Werners Wohnung verschafft. Deswegen musste sich der gegenwärtig arbeitslose Mann jetzt vorm Schöffengericht verantworten.

Erbeutet hatte der Täter seinerzeit eine Geldbörse mit etwa zehn Euro Inhalt. Bis zum Schluss leugnete Markus vor Gericht, die Tat begangen zu haben. "Ich habe mit dem öfters mal Bier getrunken in dem Park unterhalb vom Klinikum. Aber weiter ist da nichts passiert", erklärte der Beschuldigte.

Der als Zeuge geladene Werner erkannte den Täter jedoch bereits im Rahmen einer Lichtbildvorlage bei der Polizei sofort wieder. Im Gerichtssaal bekräftigte er seine früheren Aussagen. Allerdings räumte der Geschädigte ein, an besagtem Tag auch selbst Alkohol konsumiert zu haben. Deshalb, so seine Version, konnte er sich auch nicht so massiv wie erforderlich gegen den untersetzten und mit einiger Körperfülle ausgestatteten jüngeren Angreifer zur Wehr setzen. "Wäre ich nüchtern gewesen, dann hätte ich ihn zusammen geknallt", so der eher schmächtige Werner im Originalton. Den Schaden an der Haustür bezifferte Werner, der auch Eigentümer des Hauses ist, mit 550 Euro. Das neue Gebiss habe über 1000 Euro gekostet.

Der Verteidiger von Markus plädierte auf Freispruch. Dafür machte er Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Geschädigten geltend. Diesem sei es vor allem darum gegangen, überhaupt einen Täter zu finden und verurteilen zu lassen, damit derjenige dann auch für den Schaden an der Haustüre einstehen muss. Dieser Sichtweise vermochte sich das Gericht unter Vorsitz von Richter Wilhelm Gerhards nicht anzuschließen.

Wegen räuberischer Erpressung in Tateinheit mit Hausfriedensbruch und mit vorsätzlicher Körperverletzung wurde Markus zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Als extrem verwerflich bezeichnete der Vorsitzende in seiner Begründung die Tatsache, dass der Angeklagte den Geschädigten in dessen eigener Wohnung überfiel, für die der Gesetzgeber ein besonders schutzwürdiges Interesse definiert hat. In die Entscheidung floss eine frühere Verurteilung wegen schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes ein. va