Plauener Vietnamesen feiern ihr Tet-Fest

Die größte vietnamesische Party des Jahres, das Tet-Fest, bei dem die Vietnamesen im Vogtland wie in Asien das neue Jahr überschwänglich und ausgelassen begrüßen, fand am Wochenende im ausverkauften Treffer statt.

Plauen - Als sich die Tür des Saals geöffnet hatte, bot sich dem Besucher eine geradezu andere Welt. Ja, so muss es in Hanoi oder anderswo aussehen, wenn Vietnamesen feiern, fiel einem ein. Gleich neben dem Eingang spielten kleine Bengels mit ihren Gameboy-Apparaten, innig auf die Minibildschirme starrend. An den Seiten saßen und standen junge Mädchen und Burschen, verzaubert von der Szenerie, die ihre Eltern da inszenierten. Auf einem Tisch befand sich eine gläserne Vitrine, in der Geld gegeben wurde für die Tombola.

Auf den langen Tafeln des Treffersaals standen exotische Spezialitäten: scharfes Gemüse, gebratene Nudeln mit Hühnchen, Süßigkeiten, Klebereis (der überraschenderweise so in etwa schmeckte wie im Vogtland ein grüner Kloß), dazu wurde Bier aus Plauen gereicht oder Sekt oder Limo.

Die festlich gekleideten Gäste des Tet-Festes genossen das Zusammensein. Schlemmten, redeten lautstark und viel, schauten immer wieder auf die bunte, geschmückte Bühne, auf der ohne Unterlass Programmeinlagen präsentiert wurden. Stets charmant und wie bei einer TV-Show anmoderiert von einem Sprecher-Duo auf Vietnamesisch. Über dem Ganzen prangt der Wunsch: Ein schönes neues Jahr der Wasserschlange und alles Gute!

Der Verein der Vietnamesen in Plauen und der Region um den Vorsitzenden Leu Van Can hatte mit viel Liebe zum Detail eine Show für seine jungen und alten Landsleute auf die Beine gestellt. Der Sänger Tho, ein Mann mittleren Alters aus Mylau, sang schmachtend einen vietnamesischen Schlager über seine Sehnsucht nach dem Zuhause, das er dieses Jahr nicht sehen sollte. Eine Tanzgruppe junger und reiferer Frauen zeigte eine Folklore-Choreografie in edlen Gewändern, danach tanzten kaum achtjährige Kinder fetzig zu einem Kinderlied. Die erst fünfjährige Nhy, ein Mädchen aus Plauen, sang in ihrem Stück über die Jahreszeiten, über Sonne Mond und Sterne, bei ihrem wie bei den anderen Auftritten liefen die Videokameras ohne Pause, die Blitzlichter blitzten, die Augen der Erwachsenen bekamen Tränen der Rührung und Freude.

Und jeder Akteur auf der Bühne erhielt nach seinem Auftritt eine Rose oder gleich mehrere als Dank und Anerkennung. In all dem geordnetem Ablauf und Feiern wuselten die Kleinen ausgelassen herum.

"Ich fühle mich sehr wohl hier in Familie, man sieht viele Freunde und zu sehen, wie sich die Menschen hier freuen und feiern, das ist einfach wunderbar", meinte der junge Bursche Hai, ein 18-Jähriger aus Hof, der im Kreis der Jugend den Abend verbrachte. Auch Tuan aus Glauchau lobte die Feier: "Die Organisatoren haben sich viel Mühe gegeben. Es ist auch wichtig, die Traditionen von Zuhause in Vietnam zu bewahren." Und Stefanie, eine Schülerin aus Plauen meinte auf die Frage, ob denn heute noch getanzt wird: "Klar, legen wir dann noch los nach dem Programm." Gesagt, getan, nach der Show gab es keinen freien Platz mehr auf dem Treffer-Parkett.

Cheforganisator Can schaute zufrieden und ein bisschen stolz - wieder mal war das Tet-Fest eine gelungene Sache, bei der jeder Teilnehmer bis 18 Jahre fünf Euro geschenkt bekam. "Das ist so Sitte bei uns, als Startkapital für das Jahr." Auch seine Dekorationsmittel auf der Bühne kamen sehr gut an, registrierte er. "Die sind erst heute Abend fertig geworden, rechtzeitig vor dem Beginn des Festes", meint er schmunzelnd. Na dann: Gutes neues Jahr.