Plauener Theaterpreis für Dieter Maas

Mit einem Dank ans Theaterpublikum und sichtlich bewegt, so wandte sich Dieter Maas am Ende der Preisverleihung an die Zuschauer im Plauener Vogtlandtheater. Schon geschminkt und im dunklen, respekterheischenden Kostüm des Königs Duncan trat der Schauspieler an die Rampe. Er hielt es mit Luther: "Tritt fest auf, mach's Maul auf und hör' bald auf". Seine Worte hatten Gewicht und bündelten seine Jahrzehnte umfassende Bühnenerfahrung - der Akteur auf der Bühne und der Zuschauer im Theater gehören untrennbar zusammen, in ihrer Einheit erst ermöglichen sie das stets einmalige Theatererlebnis.

Es war eine gute Entscheidung, den diesjährigen Theaterpreis des Fördervereins vor dem Beginn einer Theateraufführung zu vergeben. Bei offenem Vorhang, in der kargen Dekoration von Shakespeares "Macbeth" mit aus dem Bühnenboden emporwallenden Nebel, begrüßten Generalintendant Roland May und Dr. Lutz Behrens, der Vorsitzende des Theaterfördervereins, das Publikum. Im Parkett auch Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer und Silke Elsner; sicher ein Zufall, aber ein schöner.

Der Vorsitzende des Theaterfördervereins charakterisierte den Preisträger als einen Schauspieler, der sich im Laufe der Jahre zu "einem den Spielplan mittragenden Protagonisten" entwickelt habe. Schier unüberschaubar sei die Zahl seiner Rollen; einige wenige konnten genannt werden: der Lessing'sche Nathan oder auch König Artus aus Christoph Heins "Die Ritter der Tafelrunde", Shylock aus Shakespeares "Kaufmann von Venedig" oder Philipp Klapproth, bekannt aus der "Pension Schöller". Unvergessen Dieter Maas als Jedermann in einer Inszenierung, die einst in der Lutherkirche begeistert aufgenommen wurde, oder auch als tumber ABV (Abschnittsbevollmächtigter der Volkspolizei) in der "Sonnenallee".

Laudator Roland May ließ den Werdegang Dieter Maas noch einmal lebendig werden. Dieser habe nicht nur auf der Bühne unverwechselbare Präsenz gezeigt, sondern sich auch in seinen Anfangsjahren in der Theatertischlerei nützlich gemacht. An den großen Rekonstruktionen des Theaters sei der auch anpacken könnende Dieter Maas handgreiflich beteiligt gewesen. Nicht nur durch seine Ehefrau, die Schauspielerin Ute Menzel, sei Dieter Maas eng mit dem Theater verbunden. Roland May sprach aus, dass dies noch lange so bleiben möge, sei doch der Preisträger im besten Alter.

Eine schöne Geste war es auch, dass Kolleginnen und Kollegen aus dem Schauspielensemble zur Preisverleihung mit auf die Bühne kamen und sich im Halbkreis um den Preisträger scharten. Zur Ehre des Preises hinzu gab es zudem eine gerahmte Originalgrafik der Edition 100 für Dieter Maas. Und dann begann das eisern auf die Tragödie zulaufende Schauspiel um den machttrunkenen Macbeth, seine mörderische Lady und den guten König Duncan.