Plauener Theaterförderverein feiert Jubiläum

Der Verein zur Förderung des Vogtland Theaters Plauen tagte auf der kleinen Bühne. Zur Jahreshauptversammlung zogen die Mitglieder Bilanz. Auch Generalintendant Roland May kam optimistisch und kritisch zu Wort.

 

Plauen - 20 Jahre besteht der Verein, der derzeit 206 Mitglieder hat. Am 23. August 1991 fanden sich 25 Theater begeisterte Bürger zusammen zur Gründung des Vereins zur Förderung des Vogtland Theaters Plauen. Der jetzige Vereinsvorsitzende Lutz Behrens listete in seinem Rechenschaftsbericht zahlreiche kleine und größere Mosaiksteine der engagierten Tätigkeit der Mitglieder für 2010 auf.

So wurden Schülern kostenlose Theaterkarten für die Aufführung "In 80 Tagen um die Welt" im Parktheater überreicht, der 9. Theaterball in ehrenamtlicher Organisation ausgerichtet, Gastspiele auswärtiger Künstler in Plauen unterstützt, die Kastanienbäume am Theater erhalten, die Restaurierung des historischen Theatergerätes "Wolkenapparat" unterstützt sowie bedeutend bei der Finanzierung der neuen Stühle mitgewirkt. Auch ein Protestschreiben an Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich, in dem man sich gegen die Sparpläne der Landesregierung wandte, wurde verfasst.

Im Jubiläumsjahr befindet sich der Verein derweil schon wieder in umfangreichen Vorbereitungsarbeiten für gleich drei Höhepunkte, so Behrens. Am 23. August jährt sich die Vereinsgründung - ein Festabend mit einem besonderen Programm von ehemaligen Theatermitstreitern wird den Tag würdigen. Der 10. Theaterball steht am 22. Oktober an und am 6. November steigt eine weitere Festveranstaltung des Vereins zum Jubiläum. Generalintendant Roland May bedankte sich gegenüber den Vereinsmitgliedern für deren engagierte und einfallsreiche Unterstützung und Begleitung. "Mir ist kein Verein im deutschsprachigen Raum bekannt, der mit solch einem Beitrag ein Theater unterstützt", lobte May.

Er berichtete über die Aktivitäten des Hauses und zeigte sich optimistisch, dass bis 2015 der Spielbetrieb, sofern sich nichts ändere, in seiner jetzigen Ausprägung vorgehalten werden könne. Aber man müsse weiter kämpfen, der Spar- und Streichgedanke in der Politik sei allzu sehr ausgeprägt, ohne an die Folgen zu denken. May warb ausdrücklich für die Förderung und die pädagogisch fundierte Unterstützung der Jugend. "Das ist das Publikum von morgen, genauer: es ist jetzt schon unser Publikum." Auch von den Sorgen berichtete der Generalintendant. Er könne nicht verstehen, dass die Landesregierung derart umfangreich an der Kultur spare, was sich nach und nach in den Theatern mehr als schmerzhaft auswirke. "Wenn ich die Grundgehälter anschaue, wodurch junge Leute hier am Theater mit nicht mal 1000 Euro netto nach Hause gehen, wird man schon nachdenklich." Dass bei so einem Gehalt Mitarbeiter des Hauses mit Familien zusätzlich Hartz IV beantragen müssten, registrierte May mit mehr als Kopfschütteln.