Plauener Theater-Intendant Roland May als Devisenbeschaffer

Der Intendant des Theaters Plauen-Zwickau spielt mit in einer Film- Doku über die Geschichte Mitteldeutschlands. Er verkörpert einen Mann, der die DDR lange vor dem Untergang bewahrt hat.

Plauen/Berlin - Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) dreht neue Folgen der "Geschichte Mitteldeutschlands" - und eine Folge der Doku- Reihe dreht sich um Alexander Schalck-Golodkowski, den landläufig als Devisenbeschaffer der DDR bezeichneten Führungskader, Stasioffizier und Geschäftsmann.

In einer MDR-Pressemitteilung heißt es: Anfang der 1980er Jahre ist die DDR so gut wie bankrott. In der Bevölkerung wächst die Unzufriedenheit, Parteiund Staatsführung sind ratlos. Da fädelt Alexander Schalck-Golodkowski einen Deal ein über einen Milliardenkredit - mit einem verhassten Gegner der DDR: mit Bayerns Ministerpräsident Franz Josef Strauß. Hat Schalck-Golodkowski damit die DDR vor dem wirtschaftlichen Kollaps gerettet?

Die Filme der "Geschichte Mitteldeutschlands" kombinieren historische Dokumente, Aussagen von Zeitzeugen sowie Spielszenen - und Theater-Intendant Roland May wurde (übers Internet) für die Rolle Schalck-Golodkowskis ausgewählt: Es gibt eine frappierende Ähnlichkeit Mays mit dem Devisenbeschaffer, beide sind groß und Schalck-Golodkowskis Berliner Schnauze ist Mey auch nicht fremd.

"Ich bin in Potsdam geboren", sagt May. Er ist gelernter Schauspieler und hat nach eigenem Bekunden schon in einigen Filmen mitgespielt. Beispiele? "Schon mit 14 war ich Kinderdarsteller bei der Defa in Potsdam-Babelsberg. In der ,Legende von Paul und Paula? war ich eine Kleindarsteller und im Film ,12 heißt: Ich liebe dich? hatte ich ebenfalls eine Rolle." Am Montag beginnen in Berlin die zweitägigen Dreharbeiten für "Schalck-Golodkowski" - an Originalschauplätzen wie der Stasizentrale in der Normannenstraße. "Hoffentlich bin ich bis dahin wieder fit", sagt May, der derzeit - wie viele seines Ensembles - krank ist.

Laut MDR sollen vier neue Folgen der "Geschichte Mitteldeutschlands" entstehen, die der Schauspieler (und neue Dresdner Tatort-Kommissar) Martin Brambach präsentiert. Alle Filme blicken auf historische Entscheidungen zurück und erzählen, wie Menschen den Lauf der Geschichte ändern können. Worum drehen sich die anderen drei Folgen?

Die MDR-Presseinformation gibt Auskunft: Im ersten Film geht es um die Oktoberrevolution in Russland und einen bürokratischen Akt in einer deutschen Amtsstube, der dieses historische Ereignis erst möglich machte. Eine Kettenreaktion wurde ausgelöst, mit der keiner gerechnet hatte. Oder doch? Dieser Frage geht der Film "Lenin, die Deutschen und der Zarenmord" nach.

Mit Martin Brambach in der Rolle des Revolutionärs Wladimir Iljitsch Lenin. In einer Folge wird das Erfurter Judenprogrom von 1349 thematisiert und dann die Frage: Darf man Adolf Hitler töten? Muss man es sogar tun? Und wie kommt man an den bestbewachten Diktator ran? Zwei Männer aus Sachsen-Anhalt treffen eine Entscheidung - und planen akribisch den Führer-Mord. "Die Attentäter: Wie tötet man Adolf Hitler?" rekonstruiert den Tag, an dem Hitler getötet werden sollte, um Millionen Menschenleben zu retten. Sendetermin der neuen Folgen "Geschichte Mitteldeutschlands" ist ab Mitte Juli, sonntags, 20.15 Uhr.