Plauener Tafel bereitet Neustart vor

Am Montag öffnet die Plauener Tafel in neuen Räumen. Die Ausgabestelle an der Klopstockstraße gehört damit der Vergangenheit an. Seit Februar wurde an der Schloßstrasse 15 bis 17 fleißig gebohrt, geschliffen und gemalert. Die grundhafte Renovierung biegt nun in die Zielgerade ein. Der neue Standort bringt viele Vorteile mit sich.

Plauen - Die Plauener Tafel steht vor einem Neustart. Teamleiterin Waltraud Klarner ist begeistert von der bisher geleisteten Arbeit. Das dreistöckige Gebäude war vor der Wende der Sitz der Elgawa Plauen und bis vor einigen Jahren hatte das Bildungszentrum Kolping hier Geschäftsräume.

Über zehn Jahre erhielten Bedürftige an der Klopstockstraße Lebensmittel zu einem geringem Preis. Der Mietvertrag wurde hier allerdings vom Eigentümer gekündigt. Monatelang suchte die Arbeitsloseninitiative nach neuen Räumen. Das neue Gebäude wurde für 110 000 Euro aus der Insolvenzmasse des letzten Besitzers gekauft. Die Stadt Plauen half mit 50 000 Euro. Über den Restbetrag nahm der Verein einen Kredit auf.

"Wir sind der Stadt sehr dankbar", sagt Waltraud Klarner. Rund 40 Leute trafen sich täglich im alten Domizil. Viele von ihnen sind ehrenamtliche Helfer, andere Ein-Euro-Jobber, wieder andere Bürgerarbeiter und, sowie Familie Todt, trifft man auch Beschäftigte im Bundesfreiwilligendienst. Das Ehepaar Helga und René Todt kommt jeden Tag aus Oelsnitz zum helfen. "Sie haben die Malerarbeiten ausgeführt", so die Teamleiterin.

Der neue Standort der Tafel erstreckt sich über zwei Etagen. Im Erdgeschoss sind die Helfer zur Zeit dabei, Regale für die Tafel aufzubauen. Größer und heller erscheinen die neuen Räume. Eine Anlieferzone direkt an der Straße mit Zugang zum Lager im Haus erleichtert den Mitarbeitern die Arbeit. Ein großes Lager mit einigen Kühltruhen, vielen Regalen befindet sich hinter dem Laden. Von Waltraud Klarner war zu erfahren, dass die Zahl der Tafel-Kunden in den letzten Jahren wieder gestiegen sei. "Das ist die Folge der zunehmenden Altersarmut", sagt sie nachdenklich. Wöchentlich melden sich fünf bis sechs Familien oder auch ältere Menschen an.

Direkt über den Lagerräumen und dem Laden befinden sich Kleiderkammer und Suppenküche. In dem hellen freundlichen Speiseraum werden über 20 Personen Platz finden. Die Mahlzeiten werden täglich frisch gekocht und sind besonders günstig zu bekommen. Voraussetzung für die Nutzung der Tafel, Kleiderkammer und der Suppenküche ist ein Berechtigungsschein. In einer Spielecke können sich die jüngsten beschäftigen, während die Erwachsenen Kleidungsstücke auswählen oder sich einfach zum Gedankenaustausch treffen. Die dritte Etage bietet Platz für Büroräume. Diese sollen vermietet werden, so Waltraud Klarner.

Bevor sich am Montag die Türen zur Ausgabestelle für Lebensmittel am neuen Ort erstmals öffnen, müssen noch alle Waren, Möbel und tausende kleine Gegenstände von der Klopstockstraße an die Schlossstraße gebracht werden.

Am Donnerstag ist die Geschäftsstelle noch bis 14 Uhr geöffnet. Danach werden die ersten Kleinteile ins neue Gebäude geschafft. Am Freitag hilft auch die Plauener Berufsfeuerwehr mit Leuten und Fahrzeugen beim Umzug mit. "Wir hoffen, dass wir alles am Freitag schaffen - sonst geht es am Samstag weiter", meint Waltraud Klarner und versichert: "Am Montag ist die Tafel auf alle Fälle wieder geöffnet." Der Neustart beginnt 10 Uhr. va