Plauener Stadtfest trotz Attacke Erfolg

Das Plauener Frühlingsfest am Wochenende war aus Sicht der Organisatoren eines der erfolgreichsten der letzten Jahre: Auch wenn es einen Zwischenfall im Rathaus-Lichthof gab. Ob dieser Konsequenzen haben wird, bleibt abzuwarten.

Plauen - Die Pfefferspray-Attacke eines jungen Mannes auf dem Stadtfest "Plauener Frühling" am Samstag könnte ein Nachspiel haben. Die Veranstalter schließen Konsequenzen für die Besucher zum nächsten Straßenfest im Herbst nicht aus. In der nächsten Woche will die organisierende Initiative Plauen den Zwischenfall auswerten.

Im Lichthof des Rathauses feiern traditionell beim so genannten "Stadtgeflüster" seit Jahren die jüngeren Besucher. Die Qualität der Veranstaltung und der Zuspruch wachse jährlich. Es ist ein Fest im Fest, sagt der verantwortliche Event-Planer Steve Hemmerling dem Vogtland-Anzeiger auf Anfrage. Als der Kosovo-Albaner kurz vor Mitternacht zweimal mit einem Pfefferspray in die feiernde Menge sprühte, stand Hemmerling nur wenige Meter entfernt. "Ich habe auch kurz Husten müssen." Eine größere Panik habe die Aktion unter den Besuchern nicht ausgelöst. "Die Leute haben relativ ruhig den Lichthof verlassen." Das Areal im Rathaus ist von der Herren- und der Marktstraße aus zu erreichen. Durch ein neues Aufbaukonzept hätte diesmal sogar mehr Platz als bisher bestanden. "Die Hauptwege waren breiter und es gab weniger Engpässe." Fast 4000 junge Menschen bewegten sich im Verlauf des Abends durch den Lichthof.

Ignorieren wird Hemmerling den Zwischenfall nicht. Nächste Woche soll es eine Gesamtauswertung des "Plauener Frühlings" geben, bei der auch die Pfefferspray-Attacke eine Rolle spielen werde. Um eine konkrete Konsequenz zu nennen, sei es jetzt noch zu früh. Möglich wären Einlasskontrollen und Durchgangsschleusen um die Sicherheit zu erhöhen. Allerdings würden damit auch die Kosten enorm steigen, sagt Hemmerling. Mehr als 20 zusätzliche Sicherheitskräfte müsste er engagieren. Dies wäre ein Kostensprung der ohne die Erhebung von Eintrittsgeldern nicht möglich wäre. Die Kosten für das zweitägige Lichthof-Event belaufen sich laut Hemmerling auf etwa 15 000 Euro. Mit mehr Security und Einlasskontrollen müssten zusätzlich rund 2000 Euro aufgebracht werden. Die Entscheidung liegt am Ende bei der Initiative Plauen. Diese kündigte gestern an, dass sie auch in Zukunft kein Eintritt verlangen wolle.

Zum Motiv des 18-Jährigen hält sich die Polizei bedeckt. "Zu den Beweggründen können wir noch nichts sagen", so Polizeisprecher Oliver Wurdak. Der Mann ist sofort nach der Tat an die Polizisten übergeben worden. Mehr als 30 Personen waren von der Spray-Attacke betroffen. Der Kosovo-Albaner habe nicht unter Alkoholeinfluss gestanden. Zu den Sicherheitskräften habe er gesagt, dass er es "nur so" gemacht hätte. Die Initiative bedauere den Zwischenfall.

 

Derartiges, wie es im Lichthof passiert ist, könne nie komplett ausgeschlossen werden. "Die Leute ließen sich nicht abhalten weiterzufeiern", sagt Vorstandsvorsitzender Steffen Krebs. Sehr gut habe die Sicherheitskette funktioniert. Abgesehen von der Lichthof-Aktion war das Straßenfest rundum gelungen, so Krebs. Der Zuspruch sei so gut wie seit Jahren nicht mehr gewesen. "Die Besucher haben mit ihren Füßen abgestimmt. Es war ein optimaler ?Plauener Frühling? mal wieder."