Plauener Spitzenprinzessin auf Zeit

Die Plauener Spitzenprinzessin Maria Nenner wird im Sommer nicht noch einmal das Amt antreten. Drei Jahre präsentierte sie die Plauener Spitze bei Auftritten und Veranstaltungen.

Es war eine lehrreiche Zeit, noch einmal will sie es aber nicht machen, sagt sie im Gespräch mit dem Vogtland-Anzeiger. Maria Nenner ruft junge Vogtländerinnen auf, sich als Spitzenprinzessin zu bewerben.

Plauen - Nein, noch einmal möchte sie es nicht machen, sagt Maria Nenner. Seit 2010 war die 23-Jährige Plauens Spitzenprinzessin. Im Sommer endet nun die dreijährige Amtszeit für die Plauenerin. Selbst mit Überredungskunst würde sie nicht noch einmal für eine weitere Amtszeit, wie beispielsweise vor ihr Katja Balzer und Nadien Riedel, die jeweils sechs Jahre die Spitzenschärpe umhatten, antreten.

Dies liege keineswegs daran, dass die Berufung ihr keinen Spaß gemacht hätte. Im Gegenteil. Die Gründe liegen in der privaten und beruflichen Zukunft, erzählt Maria Nenner. Zudem sei es stets schwer gefallen, alle Termine unter einen Hut zu bringen. "Viele Auftritte waren kurzfristig", sagt die junge Plauenerin. Oft musste sie ihrer Mutter, die einen Gastronomiebetrieb führt, Absagen erteilen. Dies sei in einem Familienbetrieb nicht immer einfach realisierbar. "Der Beruf und das Amt sind nicht mehr vereinbar."

Sie macht gerade ihr Studium zu Ende. Die Plauenerin studiert Textildesign am Campus Münchberg. Mit der klassischen Spitze habe die Ausbildung wenig zu tun. Ihre Bachelorarbeit schreibt sie beim Sonnenschutz-Hersteller Erfal in Falkenstein über 3D-Faltungen. "Ich möchte auf jeden Fall im Vogtland bleiben", sagt die junge Plauenerin mit Blick in die Zukunft. Im Amt der Spitzenprinzessin habe sie sich unglaublich weiterentwickelt.

"Es war das erste Mal, dass ich mich in eine Sache wirklich vertieft habe." Alles, was sie in die Hände bekam, habe sie gelernt. In der Schule sei ihr bisher immer alles sehr leicht gefallen. Ansporn war vor allem die edle Robe, die Maria lockte, sich als Spitzenprinzessin zu bewerben. "Ich wollte unbedingt dieses Kleid anziehen."

Maria Nenner machte es Spaß, bei ihren zahlreichen Auftritten die Entwicklung der Plauener Spitze zu präsentieren und besonders die Menschen vom Gegenteil des angehafteten Oma-Images mit den klassischen Spitzendeckchen zu überzeugen. "Die Leute waren überall total beeindruckt", sagt die Spitzenprinzessin.

Selbst wenn Maria keine Accessoires aus Plauener Spitze dabei hatte, reichte schon der Auftritt im Spitzenkleid, um bei den Menschen Eindruck zu hinterlassen. Die 23-Jährige ist froh, dass sie nicht wie ihre Vorgänger in einem weißen Spitzenkleid auftreten musste. Dies habe noch einmal positive Resonanz gebracht.

Marias persönlicher Höhepunkt in der dreijährigen Amtszeit als Spitzenprinzessin war die Reise nach Wien, schwärmt die junge Plauenerin. Bei einem Sächsischen Abend auf der Wiener Hofburg durfte Maria Nenner Sachsens Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich begleiten. Mit dem Flugzeug ging es nach Österreich. "Da habe ich mich schon ein bisschen wie eine Prinzessin gefühlt." Dies sei schon etwas anderes gewesen, als im Plauener Spitzenmuseum Autogramme zu schreiben, erzählt die kesse Plauenerin.

Zum diesjährigen Spitzenfest wird eine neue Prinzessin gewählt. Bis Mitte April nimmt der Branchenverband Plauener Spitze noch Bewerbungen entgegen. Maria ermuntert alle jungen Vogtländerinnen mitzumachen. "Ich kann es jedem Mädchen nur empfehlen, es zu machen", sagt sie. Die 23-Jährige sagt aber auch, es komme nicht nur aufs Aussehen an: "Es ist ja kein Schönheitswettbewerb, da hätte auch jemand anderes gewonnen und nicht ich", gesteht die Plauenerin schmunzelnd ein. va