Plauener Spitze küsst Cashmere aus der Mongolei - Premiere auf der Fashion Week

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Neben der Plauener Spitze macht die Spitzenstadt auf der Fashion Week in Berlin nun auch mit feinstem Cashmere auf sich aufmerksam. Dafür steht die gebürtige Mongolin Saruul Fischer. Vor fünf Jahren gründete sie in Plauen das Modelabel "Edelziege" und am Donnerstag stellte sie erstmals ihre neueste Mode auf dem Laufsteg der Fashion Week dem Fachpublikum der Branche vor.

Plauen - Saruul Fischer macht es vor. Mit ihrem Label "Edelziege" vereint sie ihre neue und alte Heimat. Die 36-Jährige will mit ökologisch und fair gehandelter Mode aus Cashmere in der Modebranche Fuß fassen. Produzieren lässt die Plauenerin ihre Mode in der Mongolei. 1986 verließ sie als elfjähriges Mädchen zusammen mit ihrer Familie ihr Heimatland und kam in die DDR. Die Gründe waren beruflich bedingt. Ihre Herkunft ließ sie nie aus den Augen.

Mit ihrem kleinen Unternehmen will die Mongolin ihrer Heimat auch ein Stück zurückgeben. Mit einer Designerin im Land stimmt sie meist über das Internet die Entwürfe, Farben und Muster ab. Mehrmals im Jahr reist sie auch selbst in die Mongolei. Die hochwertige Wolle für ihre Kollektionen kommt ausschließlich von landestypischen Nomaden, die mit ihren Tieren durch die Mongolei ziehen. Auch die Fertigung läuft in kleinen mongolischen Stickereien. Damit sichert Saruul Fischer Arbeitsplätze in ihrer Heimat.

Gelungene Show

Neben dem reinen Cashmere aus der Mongolei ist es der Modemacherin auch ein Bedürfnis, eine Brücke in ihre neue Heimat zu schlagen. So ziert die Plauener Spitze verschiedene Stücke wie Pullover. Zu sehen waren diese auch gestern bei der Premiere der neuen Kollektion auf der Fashion Week in Berlin. Im Umspannwerk am Alexanderplatz nahm die Plauenerin das Fachpublikum der Modewoche mit auf eine Reise in die Mongolei. Zu Beginn der Show stimmte die Sängerin Enkhtuya Jambaldorj die Zuschauer auf das besondere Land ein. Im Hintergrund liefen Bilder aus der Mongolei über eine große Leinwand.

Nach dem gelungenen Auftakt hieß es Bühne frei für grüne Mode aus Plauen und der Mongolei. In der ersten Reihe nahm auch die Familie von Saruul Fischer Platz. Sie waren begeistert von der neuen Kollektion in den Farben Grau-Schwarz, Grün, Petrol und Weiß. "Ich bin stolz auf meine Tochter und hoffe, dass sie es noch weit bringt", sagte Saruuls Mutter Nina Densmaa nach der Show. Einen großen Auftritt hatte auch die vierjährige Tochter von Saruul Oynna. Sie überraschte ihre Mutter zum Ende der Show auf dem Laufsteg mit einem Strauß Blumen und in einem Kleid aus der Mongolei.

Gäste begeistert

Die Zuschauer waren begeistert von der exklusiven Cashmere-Kollektion. "Es sind auf jeden Fall zwei Teile dabei, die ich mir holen werde", sagte Beatrice Kober, die es sich nicht nehmen ließ, von Plauen nach Berlin für die Modenschau zu fahren. "Es hat sich gelohnt. Ich bin sprachlos." Direkt am Laufsteg verfolgte auch Fotograf Chris Gonz die Show. Er war für Aufnahmen im letzten Jahr mit Saruul Fischer mehrere Tage in der Mongolei. "Ich fand alles super. Es war ein schöner Anfang mit den Teufelsgeigen." Auch viele Mongolen wie Angelina Gutsche waren unter den Zuschauern: "Es sind interessante Farben. Es hat mir sehr gut gefallen. Ich würde manche Sachen auch selber gerne tragen."

Und was sagt die "Edelziege" selbst zu ihrer ersten Show? "Es war aufregend und eine ganz neue Erfahrung." Die Fashion Week sei die optimale Plattform um bekannt zu werden, so Saruul Fischer. Wenn es klappt, ist sie bei der nächsten Modewoche wieder mit dabei. Nun geht es aber erst einmal wieder auf Messe und im Frühjahr steht die nächste Reise in die Mongolei an. "Ich freue mich schon auf die Arbeit", sagt die Designerin nach der erfolgreichen Show in Berlin.