Plauener Spitze in moderner Form zurück

Plauen -Der erste "Showroom Plauener Spitze" hat gezeigt, dass das Interesse an ansprechender Mode größer ist als bisher gedacht.

 

Mit neuen Impulsen rückt die vogtländische Stickereibranche seit kurzem wieder stärker in die Öffentlichkeit. Vor allem die Modebranche hat sie neu für sich entdeckt. Und Plauen musste gut 20 Jahre darauf warten, so schien es zumindest am Samstag beim ersten "Showroom Plauener Spitze" in der ehemaligen e.o.plauen Galerie auf der Bahnhofstraße. Mit Spitze kann man sich zu jedem Anlass bestens zeigen, bewiesen die sieben Modedesigner und sieben Stickereien, die bei der Premiere dabei waren. Auch wenn es noch ein paar mehr jüngere Leute gewesen sein könnten, wurden die Erwartungen erfüllt, sagt Kathrin Floß, Geschäftsführerin vom organisierenden Verein Deutsches Innovationszentrum für Stickerei in Plauen.

 

"Es war eine gelungene Veranstaltung. Das Interesse der Plauener war auch da." Vor allem viele Ältere wollten sehen, was aus der Spitze entstanden ist und was möglich ist. Gleichzeitig kamen Erinnerungen und Geschichten wieder in den Kopf, die untereinander erzählt wurden. Zu sehen gab es vornehmlich Designkleider von der Fashion Week Berlin, die in Zusammenarbeit mit regionalen Stickereien entstanden. Aber auch viele Accessoires mit Spitze wie Schals und Ketten sind angeboten worden. Die Nachfrage war da, so Floß.

 

Mode mit Plauener Spitze zu kaufen, sei in den letzten 20 Jahren etwas verloren gegangen, sagte Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer in seiner kurzen Eröffnungsrede der Verkaufspräsentation. Die Kleider seien wundervoll, alltagstauglich, haben Esprit und Charme, so der OB. Er hofft auf den großen Rum. Vielleicht könnte auch Karl Lagerfeld einmal mit Spitze arbeiten. Unter den Besuchern gab es ausschließlich positive Meinungen. "Das ist eine sehr gute Idee, das könnte öfter gemacht werden. Es war ja bisher nicht gegeben", sagt Giesela Pawelzik aus Auerbach, die mit ihrem Mann da war. Genauso sieht das auch Rita Weisbach aus Plauen: "Das ist ganz großartig und höchste Zeit, dass Plauen mit so einer Ausstellung rauskommt. Darauf haben schon viele gewartet. Man hat die Sache lange vernachlässigt. Es ist eine wunderbare Gabe, die wir haben"

Fazit: Der erste Plauener Showroom hat seinen Test bestanden. "Ein großer Erfolg auf einem noch langen Weg", meint Kathrin Floß. Es sei vor allem Imagearbeit für das Produkt Stickerei und der gesamten Branche. Den Showroom würde sie gerne fest in Plauen etablieren. Eventuell auch gleich in der ehemaligen e.o.plauen Galerie, liebäugelt Floß. Die Räume seien sehr gut dafür geeignet. Man könne wechselnde Schauen machen, Präsentationen vor Messeauftritten veranstalten und zeigen, was es Neues gibt in der Entwicklung. "Das wäre schon eine schicke Sache".