Plauener Schlossberg: Abriss bis auf Kellermauern

Das Vorhaben "Campus Schlossberg" nimmt wieder Fahrt auf. Nachdem die Debatte um die Zukunft des Haftgebäudes geklärt ist, können weitere Schritte angegangen werden.

Plauen - Der gesamte Abbruch des Zellentrakts wird nun vorbereitet. Die Stadtverwaltung hat dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), die für die Immobilie verantwortlich sich, nun die Genehmigung erteilen können, auch den als "Y-Bau" bekannt gewordenen Teil dieses Komplexes abzureißen. Die SIB handelt für den Freistaat, der die Staatliche Studienakademie auf dem Amtsberg ansiedeln möchte. Das Schlossareal soll unter Einbeziehung seiner historischen Substanz und einer direkten Anbindung an das Stadtzentrum entwickelt werden.

"Das ist eine tolle Sache", sagt Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer in einer Mitteilung der Stadt. Vorab mussten Fragen des Denkmalschutzes geklärt werden, der "Y-Teil" des Zellentraktes sollte erhalten bleiben. Nach Untersuchungen durch die SIB wurde deutlich, dass eine Nachnutzung dieses Baus allerdings weder sinnvoll noch machbar sei. Außerdem wäre eine zweckmäßige Nutzung des gesamten Areals unmöglich, wenn dieser Trakt erhalten bleiben müsste. Der Abbruch werde schonend vorgenommen: Die Genehmigung zum Abbruch des Zellentraktes bezieht sich auf eine Abbruchkante bis rund 50 Zentimeter unter der Oberkante der Geländeoberfläche. Die Kellerräume bleiben erhalten, zu diesen wird es weiterhin einen Zugang geben. Die Natursteine des Sockelbereichs und bedeutende historische Baustoffe sollen bei der Gestaltung der Anlagen im Freien verwendet werden.

Falls sie nicht genutzt werden können, werden sie vor Ort eingelagert oder der Stadt für eine spätere Nutzung übergeben. Die Planung des Baus wurde überprüft und angepasst - das entstehende Gebäude wird ein Satteldach erhalten, damit ist es bereits von der Altstadt her wahrnehmbar. Das Gelände des Burghofes ohne die alten Gefängnisgebäude hat das Potenzial, sich mittelfristig als hoch attraktiver Stadtraum zu entwickeln. Im Herbst will der Bauherr das Projekt der Öffentlichkeit vorstellen. Finanzminister Prof. Dr. Georg Unland sagte bereits im Frühjahr 2012: "Diese Investition ist ein großer Gewinn besonders für die Studienakademie Plauen, aber auch für den Bildungs- und Wissenschaftsstandort Vogtland insgesamt." Mit dem Umzug der Staatlichen Studienakademie Plauen auf den Schlossberg ist eine Erweiterung der Studienangebote verbunden. Zurzeit sind an der Studienakademie rund 300 Studenten immatrikuliert. Mit der Sanierung schafft die Regierung unter der Projektleitung des SIB insbesondere Vorlesungs- und Seminarräume für zukünftig 400 Studierende.

Mit dieser Erweiterung können sich vor allem neue technische Studienangebote etablieren. Die Stadt und der Freistaat gehen bei den Vorhaben Hand in Hand. Die Schlossterrassen werden als Investitionsprojekt von der Stadt völlig neu gestaltet und zu einem Aufenthaltsraum entwickelt. Der Bau ist für nächstes Jahr geplant. "Insgesamt stehen 20 000 Quadratmeter Gelände zu Verfügung. Der Standort hat somit - anders als der in der Melanchthonstraße - Entwicklungspotential für die nächsten Jahrzehnte", so Ralf Oberdorfer.