Plauener Pokergemeinde spielt regelmäßig in Jößnitz

Plauen - Den Blick richten sie gern kühl, ruhig und überlegen in die Runde am Tisch der Kontrahenten. Sie schauen ab und an in die Karten, zwei davon reichen aus, um erfolgreich zu sein - das weiß Rick Glaß, ein Plauener Pokerspieler mittlerweile auch recht gut.

 

"Pokern lernt man in zehn Minuten, aber beherrschen wird man das Spiel ein Leben lang nicht vollkommen", erzählt der 21-Jährige. Es gäbe immer beim Poker wieder etwas zu entdecken, ein Trick, eine neue Taktik, ein Zögern oder ein Zuschlagen im richtigen Moment.

Poker ist ein Kartenspiel aus 52 Karten, das in den USA entwickelt wurde, bei dem mit Hilfe von fünf Karten eine Hand, das Pokerblatt, für je einen Spieler steht. Dabei setzen die Akteure einen unterschiedlich hohen und mehr oder weniger wertvollen Einsatz auf die Chancen der eigenen fünf Karten. Und sie wissen nicht genau, was die anderen Teilnehmer der Runde für eine Kartenauswahl haben.

Der von den Spielern riskierte Einsatz einer Spielrunde geht am Schluss dem Spieler mit der stärksten Hand zu oder dem letzten Akteur, sofern alle anderen nicht zum Weitermachen bereit sind. Das Interessante ist, nicht das beste Blatt muss gewinnen, es kann auch das Schlechteste den Sieg einholen.

"Ich habe vor vier Jahren aus Spaß mit dem Pokern begonnen. Beim Spiel mit Kumpeln im Sommer im Garten haben wir einfach mal das Pokern ausprobiert. Und ich bin dabei geblieben", erzählt Rick Glaß. Ihm gefallen das strategische Denken, das Knobeln, was der andere wohl für Karten haben könnte und ob es sich lohne, zu bluffen, also ein bisschen so zu tun, als ob das eigene Blatt, obwohl in Wahrheit schlecht, doch sehr gut sein müsse. "Und dann ist auch das Zusammensein, der Humor und das Drumherum mit den Kollegen wichtig", meint der Plauener.

Den Gegner, besser, den Menschen zu beobachten, in seinen Reaktionen, die Mimik, die Freude, der Ärger, sich selbst auch besser kennen zu lernen, sind weitere gute Gründe um zu pokern, findet Rick Glaß. Um Geld wird übrigens nicht gespielt, ergänzt der Hobbypokerer, der im richtigen Leben gerade eine Ausbildung als Industriekaufmann absolviert. Es geht dafür um Jetons, das sind Taler aus Plastik, die verschiedene Werte haben. Der Akteur mit den meisten gesammelten Talern ist dann nach Stunden der "Pokerei" Sieger. Jeder ordentliche Spieler hat ein Kartenspiel aus sehr stabilen, biegsamen Plastikkärtchen und eine Kiste voller solcher Jetons als Werkzeug daheim.

Die Plauener Pokergemeinde trifft sich regelmäßig im Jößnitzer Gemeindezentrum im Hasengrund. Derzeit sind etwa 150 Leute aktiv, so Glaß, darunter auch Freunde aus der Region Vogtland und aus dem Raum Zwickau. Der bisherige Höhepunkt im Hobbypokern war für Rick Glaß die Teilnahme an einem großen, zwei Tage dauernden, Turnier in Wien. "Unser Verein Poker Solution war mit fünfzehn Spielern auf Einladung der Red Kings Poker Tour nach Wien gereist, wir haben dann mit 600 anderen Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gespielt", erzählt Rick Glaß. Acht Plauener kamen sogar in die Finalrunde. Das nächste Turnier steht nun im neuen Jahr an. "Im Februar können Aktive und Interessierte wieder ins Jößnitzer Gemeindezentrum zum Pokern kommen", lädt Glaß ein.