Plauener Plamag hofft auf Aufträge

Die Mitarbeiter im ehemaligen Plauener Betrieb des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland dürfen weiter auf einen Investor hoffen. "Es gibt einen ernsthaften Interessenten, die Aussichten sind gut", versicherte am Montag Alexander Görbing als Sprecher von Insolvenzverwalter Werner Schneider. Dieser hatte mit einem potenziellen Auftraggeber aus Memmingen die Plamag besichtigt und bei der Betriebsversammlung zu den Mitarbeitern gesprochen.

Görbing zufolge ist das Werk mit der reduzierten Belegschaft derzeit gut ausgelastet. Es sei schon bald mit einer Entscheidung zum Investor zu rechnen. "Es gibt mehrere Interessenten unter ihnen auch die Possehl-Gruppe, die derzeit bereits für Plauen einen Kooperationsvertrag über Zulieferungen für Augsburg ausarbeitet. Die Plamag kann stabil arbeiten, deshalb ist bei der Investorensuche keine Eile geboten. Ich bin aber sicher, das vor dem Ende der sechsmonatigen Transfergesellschaft die Plamag einen neuen Eigentümer hat", sagte Görbing.

Etwa zwei Monate nach der Manroland-Pleite hatte es am 1. Februar unter Federführung Schneiders für etwa die Hälfte der ehemals mehr als 700 Plamag-Mitarbeiter einen Neustart gegeben. "Wir haben keinen Grund, am Optimismus des Verwalters zu zweifeln" sagte der Zwickauer Bevollmächtigte der IG Metall, Stefan Kademann. Angesprochen auf die drei ab Mai entlassenen Lehrausbilder und die damit unsichere Ausbildung von rund 50 Lehrlingen habe Schneider spontan bei der Betriebsversammlung zugesagt, "die drei Lehrausbilder bleiben in der Plamag".

Schneider wolle auch ein Lösung für die Jungfacharbeiter finden. "Jetzt brauchen wir nur noch eine Lösung für die Pausenversorgung, denn die Kantinen-Mitarbeiter sind auch gekündigt", sagte Kademann. Autozulieferer Alois Berger aus Memmingen habe gestern schon konkrete Zeichnungsteile mitgebracht für eine Probefertigung in der Plamag. "Wenn eine Zusammenarbeit zustande kommt, wird mehr Personal nötig. Wir reden dann über mehr als 100 Leute", sagte Kademann: "Ob aus einer Zusammenarbeit mehr wird, wissen wir nicht. Aber wenn Arbeit kommt, wäre uns sehr geholfen."