Plauener "Piraten" legen Kurs fest

Andreas Weichold ist einer der ersten Bürger der Region, die sich der neuen Partei "Die Piraten" aktiv anschlossen und deren Mitglied ist. Noch wirken die Ziele der neuen Gruppierung verschwommen. Eines aber steht für Weichold fest: "So wie jetzt kann es nicht weitergehen."

Plauen - Am 5. November beginne endlich auch in Plauen eine neue Zeitrechnung in Sachen gesellschaftlicher und politischer Aktivitäten, findet Andreas Weichold. Die Piraten sind da! Zur ersten Zusammenkunft der derzeit zwölf Mitglieder in Plauen und Region trifft man sich im Cafe Heinz in Preißelpöhl, kündigt der junge Mann aus Syrau an.

"Ich habe vor mehr als einem halben Jahr begonnen, mich mit den Piraten zu beschäftigen und festgestellt, das könnte eine Möglichkeit sein sich einzubringen", berichtet der 33-Jährige. Er habe sich auch mal über die SPD und die CDU erkundigt und festgestellt, dass da für ihn meist alte Wege, alte Kader und Ideen zu Hause seien. "Es muss sich aber was ändern, auch im Umgang und in der Herangehensweise, Probleme zu besprechen und zu lösen", findet der junge, angehende Politiker, der im normalen Leben selbständig tätig im Baugewerbe ist. Der junge Mann äußert klare Ansichten, ihm ist das gesellschaftliche Miteinander aus dem Ruder gelaufen. Das lasse sich an einfachen Beispielen belegen: "Mir fehlt die Nähe zu den normalen Leuten und der Respekt. Schauen Sie sich die Parlamentssitzungen an: Der Redner spricht vor fast leeren Plätzen und die Leute, die da sind, quatschen miteinander, lesen Zeitung oder schreiben SMS. Das ist einfach nicht okay gegenüber dem Wähler."

Themen wie die Entfesslung der Finanzwelt, die Ungerechtigkeit in Sachen Wohlstand oder ganz einfache Sachen wie das von oben verordnete Benzin E10, das man tanken soll, obwohl es den Motor kaputt machen könne, sind Sachen, die den jungen Syrauer umtreiben. Aber auch lokale Themen stehen bei Weichold auf der Liste, so wie der Umgang der Menschen untereinander, der Umgang mit Schwächeren. Er erzählt von einem Beispiel, dass in ihm den Zorn wachsen lässt. "Ich habe nach langer Zeit des Suchens einen alten Freund wiedergefunden. Der hatte Krebs, wurde so weit, so schlecht geheilt. Nun lebt er in einer Unterkunft für betreutes Wohnen in Mühltroff. Ich besuchte ihn, es steht schlecht um ihn. Was mich wütend macht ist, dass der gute Mann einen Haufen Geld bezahlt für ein Loch. Es ist dreckig da, es wird sich nicht um ihn gekümmert, man macht nicht sauber. Er kann das nicht mehr, er ist ein Pflegefall. Ich fordere, das die Heimleitung das ändert." Um seine Worte zu bekräftigen, zeigt der junge Mann von den Piraten selbst geschossene Fotos. "Um es auf den Punkt zu bringen: Wwas da passiert, ist ganz und gar nicht in Ordnung und es zeigt, dass es hierzulande allzu sehr um das Geld geht. Dagegen wende ich mich, wenden wir uns", bekräftigt Weichold deutlich.

Am 5. November darf man gespannt sein, wie deutlich sich die ersten Piraten der Stadt und Region finden und Tacheles reden, denn Andreas Weichold erinnert noch mal an seinen Anfangssatz: "Es muss sich was ändern."