Plauener Nazi-Szeneladen: Mieterin fasst Auszug ins Auge

Vermutlich aus Angst oder Desinteresse stieß eine Info-Veranstaltung der Gewerkschaften am Mittwoch über den Laden "Oseberg" auf wenig Interesse.

Plauen - Die IG Metall und der DGB Südwestsachsen kämpfen gegen den Nazi-Szeneladen "Oseberg", der sich im gleichen Gebäude angesiedelt hat, wo auch die Gewerkschaften ihre Büros haben. Für DGB-Organisationssekretär Matthias Eulitz kein Zufall. "Es ist schon relativ auffällig, dass sie hier gelandet sind."

Die Bemühungen, das Geschäft sprichwörtlich vor die Tür zu setzen, gestalten sich schwierig und sind frustrierend, so Eulitz. Seit Monaten werde versucht, an den Eigentümer der Immobilie zu gelangen. Doch sowohl der Hausverwalter als auch der eigene Eigentümer der Gewerkschaftsbüros mauert. Der Gebäudekomplex gehöre einer ganzen Reihe von Eigentümern, die in ganz Deutschland sitzen.

Im Juni soll es eine Eigentümerversammlung geben. Hier wollen die Gewerkschaften über den Szeneladen informieren. Am Mittwoch haben sie dies bereits bei den Bewohnern des Hauses versucht. Den die gut 200 verteilten Einladungen folgten zwei Mieter. "Ich will wieder Ruhe haben", sagt eine Bewohnerin. Auch sehr junge Menschen gehen in das Geschäft, habe sie gesehen und gehört, dass die Mode der unter Nazis beliebten Marke Thor Steinar eine gute Qualität habe.

Die Anwohnerin ist frustriert: "Da kannst du nur noch ausziehen." Im Haus habe das Gerücht die Runde gemacht, dass der Ladenbesitzer die Gewerbefläche gekauft habe. Der DGB hat eine Online-Petition verfasst. Ziel sind 10 000 Unterschriften gegen den Laden, bisher sind es knapp 700. va