Plauener Narren vermissen Eberwein

Die fünfte Jahreszeit ist vorbei und die Plauener Karnevalisten ziehen sich wieder in ihre Hauptquartiere zurück. Vorab gaben am Mittwoch die vier Karnevalsvereine mit großem Tamm-Tamm den Rathaus- Schlüssel und die Stadtkasse an Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer zurück.

Plauen - Das Plauener Stadtoberhaupt ließ auf sich warten. Statt 11 Uhr schritt Ralf Oberdorfer über die Treppe zum Plenarsaal kommend 11.11 Uhr lächelnd ins voll mit Narren und Närrinnen und zahlreichen Schaulustigen und Medienleuten belagerte Foyer und begrüßte staatsmännisch die anwesenden Gäste und Honoratioren, vor allen die Präsidenten der vier Plauener Karnevalsvereine. Alle lachten, alle freuten sich, lediglich ein Mann stand abseits und murrte: Herr Reinhardt, der Rathauselektriker. "Ich hatte eigentlich den Manfred, also den Bürgermeister Eberwein so wie angekündigt, erwartet", knurrte der Mann des geschliffenen Wortes, der in der Wartezeit bis zum Eintreffen Oberdorfers den einen und anderen Schaltkasten im Eingangsbereich und die Lichtverhältnisse geprüft hatte: "Auf das denen hier ein Licht aufgehe, es ist ja hell genug."

Joachim Kriester, Präsident des Vogtländischen Vereins der Karnevalisten, nahm das Mikrofon, nachdem über die mobile Musikanlage (inklusive Mischpult versteckt im Aktenkoffer) ein zünftiger Marsch verklungen war. "Eine erfolgreiche Saison liegt hinter uns", war der Oberkarnevalist voll des Lobes und nannte berauschende Zahlen der Teilnehmer an Veranstaltungen in und um Plauen herum. Über ein Dutzend Vereine, davon vier aus Plauen, haben über 13 000 Besucher zu 50 Faschingsveranstaltungen gelockt. Allen in Plauen wurden an die 6000 Narren und Närrinnen gezählt. "Der Faschingsumzug toppte das Ganze noch. 20 000 Besucher. Das bekommt kein Fußballverein hin", so Kriester unter dem johlenden Beifall seiner Delegation. Die Karnevalisten dankten dem OB für die Unterstützung und beschenkten ihn mit einem Orden (bei dem Norden fehlte) und Blumenschmuck für den wichtigsten Poller der Stadt. Die Kasse übergaben die Narren an den OB mit den Worten: "Von Narrenhand in Narrenhand."