Plauener "Matsch" unterm Hammer

Abtauchen in eine andere Welt kann der Besucher in Plauens ältester Gaststätte. Um 1503 erstmals urkundlich erwähnt, lässt sich hier noch immer mittelalterliches Flair erahnen. Der aus drei Häusern bestehende Komplex mit florierender Gaststätte, Ladenlokal, Cafè, Pension und Wohnungen steht am Mittwoch zur Zwangsversteigerung am Amtsgericht Plauen. Gläubiger ist die Volksbank Vogtland, Eigentümer ist eine Gemeinschaft, bestehend aus drei Personen. Seit gut drei Jahren betreibt Nicole Floß, die bisher keinerlei Eigentumsrechte besitzt, das Lokal der "Matsch" in der Nobelstraße. Sie ist es auch, die mit Spannung den Versteigerungstermin erwartet, denn sie möchte den Komplex gern kaufen.

Der Versteigerungsvermerk wurde bereits am 21. Januar 2011 in die jeweiligen Grundbücher eingetragen. Der Versteigerungstermin am Mittwoch am Amtsgericht Plauen, Behördenzentrum, Europaratstraße 13, ist öffentlich. Verhandelt wird im Saal 223, Beginn ist 11 Uhr. Jedermann hat Zutritt. Wie läuft es ab, am Mittwoch? Der Versteigerungstermin besteht aus drei Teilen, der Bekanntmachung, der Bietzeit (mindestens 30 Minuten) und der Anhörung der anwesenden Beteiligten zum Zuschlag.

Vor der eigentlichen Versteigerung verliest der Rechtspfleger die Grundbucheintragungen und bezeichnet die Gläubiger, die die Zwangsversteigerung beantragt haben (also im Falle der "Matsch" die Volksbank Vogtland). Im Bekanntmachungsteil wird auch das "geringste Gebot" aufgestellt. Es enthält bestehen bleibende Rechte und den bar zu zahlenden Teil des geringsten Gebotes. Beendet ist die Versteigerung, wenn der Rechtspfleger dreimalig das letzte Gebot aufruft, also zum ersten, zum zweiten und zum dritten. . . Die jetzige Pächterin der "Matsch" Nicole Floß hofft, dass der Hammer zu ihren Gunsten fällt.