Plauener Links-Franktion bleibt beim Nein zum Flughafen

Mit Städtereisen und dem Ergebnis einer Machbarkeitsstudie will der Flughafen Hof-Plauen wieder mehr Passagiere anlocken.

Plauen/Hof - Die Plauener Linksfraktion hat sich in einem Schreiben noch einmal gegen eine finanzielle Unterstützung des Regionalflughafens Hof-Plauen ausgesprochen. Der Airport sei ein riesiges Geldgrab, meint die Stadt- und Kreisrätin Michaele Wohlrab. Für den Flugbetrieb müssten die Betreiber, darunter die Stadt Plauen mit einer Zuschusssumme von 100 000 Euro und der Vogtlandkreis mit einer weiteren sechsstelligen Summe, tief in die Tasche greifen. Jedes Flugticket werde mit 200 Euro bezuschusst, so Wohlrab. Bei der nächsten Debatte um die Beteiligung werde die Fraktion bei ihrer ablehnenden Meinung bleiben, heißt es.

Freude komme bei Wohlrab da nicht mehr auf, wenn der Verein Pro Flughafen Hof-Plauen seine Ideen für 2012 bekannt gibt. Geplant sind drei Städteflugreisen im Verlauf des Jahres, sagt Vereinsvorsitzender Jürgen Knieling auf Anfrage. "Wir sind lediglich Ideengeber und haben eine Kooperation mit dem Reisebüro Otto." Für zwei der drei Flüge laufen noch die Ausschreibungen und Planungen. Gespräche zwischen der vom Flughafen abhebenden Cirrus Airlines und den Gesellschaftern dazu soll es am 9. Januar geben. Geplant sei ein Flug im Februar zum Fasching nach Venedig. Im Mai oder Juni wolle man dann in die Ostseehandels- und Industriestadt Danzig fliegen. Für die Angebote werden noch Sponsoren gesucht. Festgezurrt sei bereits wieder eine Flugreise nach Verona mit Besuch der Oper Tosca am 1. September 2012. Eine ähnliche Reise wurde erfolgreich im Herbst vergangenen Jahres von Hof aus angeboten. Der Flughafenverein beteiligt sich an den Flugkosten in die Weltkulturerbe-Stadt.

Eine Ausweitung solcher Angebote sei möglich, wenn es genügend Interesse gibt, so Knieling. Eher unwahrscheinlich sei jedoch, derzeit Charterflüge zu organisieren. Dazu fehlen geeignete Flugzeuge. Momentan landen und starten in Hof Maschinen mit rund 30 Plätzen. Diese können Entfernungen von etwa 1000 Kilometer zurücklegen. Für eine Urlaubsreise nach Mallorca nicht ausreichend.

Ziel: 17 000 Passagiere

Der Flughafen soll pro Jahr 17 000 Passagiere abfertigen, sagt Flughafen-Geschäftsführer Klaus-Jochen Weidner zu den anvisierten Zielen auf Anfrage. Im Jahr 2010 rutschte die Zahl durch die Wirtschaftskrise auf 15 000. "Die verlorenen Passagiere wollen wir zurückgewinnen." Dazu ist eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden. Im April sollen die Ergebnisse präsentiert werden. Weidner will dazu noch nichts sagen. Nur so viel: Es könne auch sein, dass das Ziel unerreichbar ist.