Plauener "Kriegskasse" blieb 2012 unangetastet

Vier Millionen Euro Überschuss weist der städtische Haushalt für das Jahr 2012 aus. Doch damit wachsen die Bäume nicht in den Himmel.

Plauen - Das Jahr 2012 habe sich positiver entwickelt als geplant, kommentierte Kämmerin Ute Göbel am Donnerstag bei der Vorstellung der Jahresrechnung 2012 den Überschuss von vier Millionen Euro. Diese Summe ergibt sich vor allem aus höheren Einnahmen bei der Gewerbesteuer. Den Großteil macht allerdings die Nachzahlung einer Firma für den Zeitraum 2004 bis 2006 aus. Weshalb die Kämmerin auch von einem Einmaleffekt spricht, ohne den eine Zuführung an den Verwaltungshaushalt nicht möglich gewesen wäre.

Auch der Vermögenshaushalt weist rund 400 000 Euro Mehreinnahmen aus - vor allem aufgrund von Einsparungen bei Investitionen. Die wiederum kamen zustande, wenn Fördermittel nicht bewilligt wurden und daher auch der geplante Eigenanteil nicht gebraucht wurde. Alles in allem konnte die "Kriegskasse" unangetastet bleiben, in der sich momentan noch 24 Millionen Euro befinden. Doch deren Schwund ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Das kommunale Polster wird bereits Ende dieses Jahres auf 16,6 Millionen Euro geschmolzen sein und könnte schon 2016 gen Null tendieren. Der vom Gesetzgeber vorgeschriebene Mindestbestand beläuft sich auf rund 1,7 Millionen Euro.

Generell besteht zu Euphorie also wenig Anlass. Denn mit der Terminverzögerung beim Bau des neuen Landratsamtes verschiebt sich lediglich auch die Kreditaufnahme der Stadt, um ihren Anteil zu finanzieren, nach hinten. Eine Erhöhung dieses Anteils aufgrund der Mehrkosten sei aber kein Thema, so die Kämmerin. Der am Donnerstag ebenfalls traditionell zum Jahresende von Rechnungsprüfer Frank Uebel vorgetragene Prüfungsbericht weist unter anderem aus, dass nach einem "fetten" Jahr 2011 bereits im Jahr 2012 so gut wie keine Nettoinvestitionsmittel mehr zur Verfügung standen. In Sachen Einkommenssteuer - sie gilt gemeinhin als Indikator des Verdienstes der Plauener - sind Göbel zufolge für das kommende Jahr 13,4 Millionen Euro geplant.

Ein ehrgeiziges Ziel, wie die Kämmerin anfügt, mit dem sie sich schon "weit rauslehne". Die Pro-Kopf-Verschuldung betrug im Berichtszeitraum 782 Euro. Da der in diesem Jahr durchgeführte Zensus aber weniger Einwohner für Plauen ausweise als die "eigene Zählung" ergab, fallen auch die Schlüsselzuweisungen, die sich an der Bevölkerungszahl orientieren, künftig geringer aus. Zum 1. Januar 2014 rechnet die Kämmerin mit 867 Euro. Von 2008 bis 2012 waren die "Schulden" der Plauener beständig gesunken. Uebels Fazit: 2012 war alles in allem ein gutes Jahr.