Plauener können bei Rathaus-Sanierung mitreden

Plauen - Bereits in der Sitzung des Stadtrates im November hatte Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) den Architekten Silvio Lux eingeladen, damit dieser die Abgeordneten über mögliche Varianten informiert, wie das Rathaus künftig aussehen könnte. Dabei geht es nicht nur um die Veränderung der Außenfassade - auch im Innern soll sich das Gebäude bürgernah und transparent präsentieren.

Bereits damals war klar, dass in die Entscheidungsfindung für eine von bisher drei im Gespräch befindlichen Varianten möglichst viele Partner einbezogen werden sollen. Daher wandte sich der OB dieser Tage auch mit einem Schreiben an Vertreter Plauener Vereine. Darin zeichnet er nicht nur einen kurzen historischen Abriss des Rathauses und begründet, weshalb das Gebäude nunmehr so weit verschlissen sei, dass es einer umfassenden Sanierung bedarf - er plädiert vor allem für einen breiten gesellschaftlichen Konsens in allen Phasen der Beratung, Planung und schließlich Ausführung.

Wenn man davon ausgehe, dass eine Lösung gesucht werde, die den heutigen Anforderungen an eine moderne Verwaltung entspreche und die sehr viel länger als 35 Jahre Bestand haben solle, dann müsse in einer von vielen Schichten der Gesellschaft öffentlich geführten Diskussion das beste Resultat gefunden werden, formuliert Oberdorfer. Aus diesem Grund lädt er die Adressaten seines Schreibens am 5. Januar, 19 Uhr, in den Großen Saal des Rathauses ein. Dort wird Architekt Lux erneut die grundsätzlichen Möglichkeiten tiefgründig erläutern.

Grundsätzlich, so Oberdorfer vorab, seien drei Wege möglich. Zum Ersten die Sanierung der bestehenden Glasfassade, zum Zweiten deren Ablösung durch einen Ersatzbau und drittens die Wiederherstellung der historischen Gebäudeform.

Lux hatte dem "Aquarium" während seiner Ausführungen im November bei aller Kritik bestätigt, den Zeitgeist jener Jahre widergespiegelt zu haben. "Dachschiefer kontra verschlissenes Blech", wie er sagte, seien aber nur optischer Beleg, dass das Rathaus dringend einer Verjüngungskur bedürfe. Die bisherige Fassade lediglich durch eine neue zu ersetzen, so der Fachmann, sei schon aus brandschutztechnischen Gründen unmöglich.

Die von Lux als erste Variante vorgestellte, beinhaltet den Umbau des Rathauses samt Dacherneuerung, sowie vermutlich zahlreicher Stahlkonstruktionen. Finanziell, so der Architekt diplomatisch, bewege sich diese Variante im unteren einstelligen Millionenbereich. Ein Nachbau nach historischem Vorbild, inklusive der zahlreichen verzierenden Elemente entlang der Fassade, stelle die mit Abstand teuerste Variante dar, wobei ein originalgetreuer Nachbau schlicht unbezahlbar sei. Bezüglich eines Neubaus im mittleren einstelligen Millionenbereich sei dagegen vieles denkbar, so Lux im November, wo er auch auf die vielen Unzulänglichkeiten im Innern des Gebäudes aufmerksam gemacht hatte: fehlende Übersichtlichkeit und Orientierung im Foyer, das auch Rollstuhlfahrern Probleme bereitet, verwinkelte nicht transparente Arbeitsräume und nicht zuletzt eine Cafeteria, deren Optik ebenfalls aus den 70er Jahren stammt.

Eine erste Meinung sollen sich nun auch die Vertreter von Vereinen während der Zuammenkunft Anfang nächsten Jahres bilden. red