Plauener Kletterer bezwingen grandiose Eiswand

Für Kletterer des Vogtlands gibt es zahlreiche Herausforderungen. Eine davon lockt allein dann die Sportler an, wenn es lang und intensiv klirrend kalt ist. Dann wird der Fels eines alten Steinbruchs zu einer Eiswand. Diese haben nun Plauener am Wochenende wieder einmal bezwungen

Von Frank Blenz

Was für ein schönes Wunder der Natur. Ein, zwei, drei Wochen frostige Temperaturen reichten, um einen Wasserfall im so genannten Sorgbruch nahe Mylau zu festem Eis erstarren zu lassen. Eiskletterer vom Schlag eines Jörg Band aus Plauen ruft das selbstverständlich auf den Plan. "Es kommt nicht oft vor in mehreren Jahren, dass sich solch' eine Gelegenheit bietet, dem Eisklettern in der Heimat zu frönen", sagt der junge Mann, der mit seinem Bruder und einem weiteren Kletterfreund vor kurzem das Abenteuer mit aller gebotenen Vorsicht und mit bester Ausrüstung und Vorbereitung anging.


Ort des Abenteuers war der Sorgbruch, dieser ist ein stillgelegter Steinbruch nahe der Göltzsch nahe der Göltzschtalbrücke in Mylau. Die Naturattraktion liegt im Verborgenen, mitten in einem kleinen Wald. Doch für Kletterer der Region ist der Fels ein bekanntes, ein beliebtes Geheimtipp-Objekt zum Bezwingen und offiziell eingetragen in Verzeichnissen wie dem des Deutschen Alpenvereins.


Zwei Tage investierten die Plauener Sportler. "Ich bin einen Tag vorher schon da gewesen, um die Kletteraktion vorzubereiten, ich war sehr beeindruckt, dieses Naturschauspiel zu sehen. Wir haben schnell einen Plan gehabt, wie wir von unten nach oben kommen", so Band.


Die Sicherheit steht stets im Vordergrund, die Herangehensweise stand sofort fest. "Wir haben am oberen Ende des Steinbruchs Sicherungsseile für uns Kletterer befestigt. Diese Stelle ist vom Plateau aus erreichbar", so der Kletterexperte. Dann gingen die Sportler ans Werk, gesichert im Seil und ausgerüstet mit speziellen Eiswerkzeugen, Schuhwerk, Kleidung und Helmen. Immerhin waren an die 30 Meter Höhenunterschied zu meistern.
Die Sportler schafften es, die "weiße Wand zu bezwingen", die Bedingungen waren perfekt, das Eis stabil, das Wetter passte. "Es war sehr schön. Es ist fetzig, dass so eine Gelegenheit im Vogtland vorhanden ist neben den vielen kleinen und größeren Felsen, die wir eisfrei nutzen können", resümierte Jörg Band, der sich jetzt schon darauf freut, im Frühjahr an dieselbe Stelle zurückzukehren.
Dann allerdings nicht als Kletterer, sondern einzig zum Genießen. "Im Frühjahr gibt's mit Sicherheit einen schönen Wasserfall vom Schmelzwasser zu sehen", so der Plauener. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.