Plauener Kickboxer will Moskau "aufmischen"

Plauen - Matthias Buchta ist ein erfolgreicher Kickboxer. Der Plauener kommt vom traditionellen Boxen und will nun in der exotisch anmutenden Kampfform erfolgreich bei den Deutschen Meisterschaften antreten.

 

Gutmütig, ruhig, freundlich drein blickend und ausgeglichen steht Matthias Buchta hinter dem kleinen Tresen der Erfrischungs- und Kaffeebar seines eigenen Iron-Studios in der Dittesstraße und bereitet nach einer anstrengenden Trainingseinheit einen Erfrischungsdrink zu. Geschafft hat er eine von drei Einheiten in der Woche, gestaffelt nach Kraft, Schnellkraft und Boxübungen. Er wirkt zufrieden. Die Boxeinheiten absolviert man in dem Studio in einem großen Saal gleich an der Straße, die Fitness- und Kraftübungen werden in der gut bestückten "Muckibude" im Hinterhof erster Stock ausgeführt.

Die Wände dort zieren Plakate von kräftigen, martialisch schauenden Männern mit geballten Fäusten. Mit breiter Schulter steht auch der 30-jährige Buchta vor einem, ohne jedoch, dass man Angst bekäme. Höflich fragt der Studiochef nach Zucker und Milch für den Kaffee. Sportkollegen, Kunden des Studios verweilen in dem Saal, entspannt ist die Atmosphäre. Kurzhaarfrisur, breites Gesicht, kräftige Stirn und ein gesundes Sebstvertrauen zeichnen Buchta aus. Dazu zieren seine imposanten Oberarme fantasievolle Tätowierungen. Mensch ist das ein Schrank, denkt unsereins.

Und in der Tat: Buchta ist ein Kämpfer, ein Freefighter und Kickboxer wie aus dem Bilderbuch, stolze 116 Kilogramm schwer und um die 1,85 Meter groß. Der Plauener startet inzwischen stets im Superschwergewicht. Warum wählte er für sich diese Kampfform, bei der es ja augenscheinlich sehr brutal zugeht, bei der draufgedroschen wird, die Fäuste, die Füße fliegen, der Gegner böse angeschaut und bekämpft wird und die Zuschauer wild johlend sich freuen, wenn der Kontrahent auf die Schnauze fällt? "Ich komme vom klassischen Boxen und wollte vor Jahren einfach was Neues probieren. Trainer Henrik Kretschmer vom Fightclub Plauen hat mich in dieser Zeit gefragt, ob ich für ihn kämpfen würde und so kam ich dazu", berichtet der Plauener. Ein Jahr wurde er auf den ersten "K1"- Kampf vorbereitet. Später folgte der erste Fight bei der Deutschen Meisterschaft in Meerane. "Ich wurde dort Vizemeister", erwähnt Buchta fast nebenbei. Klar ist ihm, dass Kickboxen und Freefighten hart ist, aber: "Es gibt auch da Regeln, die man einhalten muss." Klar ist auch, man kann sich verletzen. Und er hat sich oft verletzt. Doch er kämpft weiter.

 

Inzwischen sammelte Buchta manchen Erfolg, wurde Gewinner Fightclub 2009 Ruhla im Schwergewicht, Gewinner Fightclub 2008 in Zwickau, Gewinner 2009 Fightclub Plauen, Vizemeister bei der Deutschen Meisterschaft 2009, Gewinner Fightclub 2010 Zwickau; zweiter Platz Freefight Tunier Coburg 2011. Seit neun Jahren betreibt der Vogtländer sein Studio in der Dittesstraße, das ihm in diesem Jahr für seinen wichtigsten Wettkampf als Basislager dient: Die Deutsche Meisterschaft in Hamburg. Realistisch hält der Freefighter aus Plauen eine vordere Platzierung. "Der dritte Platz wäre schon was", sagt er. Den möchte er aus einem besonderen Grund gern erreichen. "Mit dieser Platzierung würde ich mich für die Teilnahme im Deutschen Sambo-Team zur Internationalen Meisterschaft im Freefighten in Russland qualifizieren. Kämpfen in Moskau, der Zuhörer bekommt Gänsehaut. Buchta wirkt gelassen und ehrgeizig, man sieht ihm die Vorfreude an und wünscht ihm viel Glück. In Hamburg und in Moskau.