Plauener ist der neue "Heldt"

Als Frauenschwarm und Romantiker spielte sich der Plauener Schauspieler Kai Schumann in die Herzen der Zuschauer. Nächste Woche wird er auch ihr "Heldt" in der gleichnamigen Krimi-Serie - und im März dann "Minister".

Plauen - Für die einen ist er einer der 100 wichtigsten Deutschen 2012, für die anderen der "sexiest man" im Land - Kai Schumann. In einer neuen ZDF-Krimiserie wird der Plauener ab 24. Januar im Ruhrpott ermitteln. Kai Schumann verkörpert die Hauptrolle des Bochumer Kommissars Nikolas Heldt, an der Seite der Staatsanwältin Ellen Bannenberg (Janine Kunze). Eine neue Rolle im Krimi-Metier. "Heldt" ist sechs Wochen lang, jeweils donnerstags ab 19.25 Uhr, auf dem Bildschirm zu erleben. Und mit seiner rebellischen und zugleich lässigen Art tritt Nikolas Heldt in die Fußtapfen eines Kommissars Schimanski.

"Ja, da liegt die Messlatte hoch. Ich glaube, mich verbinden die Unmittelbarkeit und eine gewisse Rotzigkeit mit meinem Vorgänger. Aber Heldt ist eben auch ein Kind, und das ist der größte Unterschied", sagte Schumann über seine Rolle. Von Mai bis Juli vorigen Jahres wurde die ZDF-Vorabend-Serie gedreht.

Den 40-jährigen Plauener kennen die Fernsehzuschauer als Dr. Mehdi Kaan aus "Doctor's Diary", als Gerichtsmediziner Dr. Johannes Reichau in den Leipziger "Tatort"-Krimis oder als sexsüchtigen Yogalehrer Ronnie aus Doris Dörries Serie "Klimawechsel". An der Seite von Simone Thomalla stand er nicht nur als Gerichtsmediziner im Leipziger Tatort, sondern auch als Stripper Leon in dem Film "Liebe macht sexy" vor der Kamera. Meist spielte Kai Schumann den Frauenschwarm und Draufgänger - und das richtig gut, einfühlsam und liebenswert.

Und nun ist er "Heldt", der als Kriminalkommissar eine sehr eigene Art hat, Fälle zu lösen. Dabei legt er sich mit den Kriminellen genauso an wie mit seinen Vorgesetzten. Wenn er es für richtig hält, dann geht er jedes Risiko ein. Dies führt nicht selten zum Eklat im Polizeipräsidium. Denn im Gegensatz zu seinem besten Ermittler sieht Hauptkommissar Detlev Grün (Timo Dierkes) in gründlicher und regelkonformer Polizeiarbeit immer noch das Mittel zum Erfolg. Doch er muss sich eines besseren belehren lassen. Und auch Staatsanwältin Ellen Bannenberg sieht manchmal einfach nicht so genau hin. Am Ende sind es nämlich immer die kriminalistischen Erfolge, die Nikolas Heldts eigenwillige Interpretation der Regeln und Gesetze einigermaßen aufwiegen. Zwar wird Ellen Bannenberg starke Nerven brauchen, um die vielen Verfehlungen von Heldt einigermaßen im Griff zu behalten. Aber der Mann kann ja auch ganz charmant sein.

So war für viele auch Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der in dem Film "Der Minister" charmant, galant und adelig von Kai Schumann gespielt wird. Die zweite große Hauptfigur für den Plauener Schauspieler im vorigen Jahr. Der namhafte Produzent Nico Hofmann sah in Schumann die "fulminante" Besetzung der Hauptrolle. Im Juli fiel für den Plauener bei "Held" die letzte und nach Episoden für "Soko Leipzig" einen Monat später bei "Der Minister" die erste Klappe. Einen Part in einem politischen Film hat er sich schon immer gewünscht. "Die Rolle ist eine Riesenaufgabe", verriet Kai Schumann. Zu sehen sein wird er darin im März, wenn der Film auf Sat 1 Premiere feiert.

Zur Top-Besetzung gehören Alexandra Neldel, Johann von Bülow, Stefanie Stappenbeck, Katharina Thalbach, Peter Prager, Walter Sittler, Thomas Heinze und Susan Sideropoulus. Aus der Geschichte um den spektakulären Aufstieg und Fall eines Überschall-Politikers entstand auf Grundlage des von Grimme-Preis-Trägerin Dorothee Schön verfassten Drehbuchs unter der Regie von Uwe Janson eine Polit-Satire: Franz Ferdinand von und zu Donnersberg (Kai Schumann) und sein bester Freund Max Drexel (Johann von Bülow) bilden ein unschlagbares Team: Max kann alles, Franz Ferdinand kann alles verkaufen. Der junge Adlige sieht seine Zukunft in der Politik - mit Max als Ghostwriter an seiner Seite. Unter den strengen Augen seines Vaters Rochus (Walter Sittler) geht Franz Ferdinand seinen Weg kontinuierlich nach oben, bis er an der Tür zum Kabinett der Kanzlerin klopft.

Nun steht aber erst einmal "Heldt" an der TV-Tür. Weit über 50 Filme hat Kai Schumann seit 1998 gedreht, dazu kommt eine stattliche Anzahl von Theateraufführungen. Und auch im ZDF war der Plauener Schauspieler mehrfach mit Hauptrollen in Fernsehfilmen zu sehen.