Plauener Interesse an Landesausstellung

Sachsen verschiebt seine Landesausstellung und weckt damit Interesse bei jenen Kommunen, die als Ausrichter einst gescheitert waren. Es geht um Industriekultur. Davon hat auch Plauen jede Menge zu bieten.

Aue/Plauen - Nach dem Terminaufschub für die sächsische Landesausstellung zur Industriekultur haben mehrere Städte ihr Interesse an einer Ausrichtung der zentralen Schau bekräftigt. Nach Zwickau meldeten sich am Mittwoch auch Aue und Plauen zu Wort. "Es wird wieder zu einer offenen Ausschreibung kommen. Dafür plädiere ich ausdrücklich, weil wir ein faires Verfahren haben wollen", sagte Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD).

Das Land Sachsen hatte am Montag über die Verlegung der Ausstellung von 2018 auf das Jahr 2020 informiert. Nachdem der ursprünglich geplante Ausrichter Zwickau abgesagt hatte, war der Zeitdruck zu groß. Mehrere Städte hatten anstelle von Zwickau einspringen wollen, doch weder Johanngeorgenstadt, Glauchau, Plauen, Oelsnitz/E., Aue und Oberlungwitz konnten die Experten überzeugen. Stange war vom anhaltenden Interesse der Kommunen nicht überrascht. Der Reiz bestehe nicht nur darin, ein Industriedenkmal mit Fördermitteln wieder herrichten zu können, sondern viele Besucher und einem größeren Bekanntheitsgrad zu bekommen.

Für die Schau sind rund 8,5 Millionen Euro veranschlagt. Die 4. Landesausstellung sollte ursprünglich 2018 im Horch-Hochbau in Zwickau stattfinden, die Stadt stellte allerdings im Mai 2014 fest, dass die Sanierung des Gebäudes nicht wie kalkuliert möglich sei. Um den Termin 2018 zu halten, suchte das Kunstministerium nach einem alternativen Ausstellungskonzept. Eine Leitschau soll nun von mehreren branchenspezifischen Begleitausstellungen flankiert werden.

Zwickau brachte sich am Dienstag erneut ins Gespräch, am Mittwoch auch Aue und Plauen. "Wir werden unsere Bewerbung erneuern", sagte die Auer Stadtsprecherin Jana Hecker. Die Erzgebirgsstadt will das Gebäude der früheren Besteckfabrik August Wellner und Söhne nutzen. Man sei ohnehin dabei, das Gebäude bis 2017 mit Fördergeldern auf Vordermann zu bringen. Ein Zuschlag für die Ausstellung würde das noch einmal puschen.

"Wir hatten uns gute Chancen ausgerechnet und denken nach wie vor, gute Voraussetzungen zu bieten", sagte Hecker. Auch Plauen wolle seinen Hut wieder in den Ring werfen", versicherte Stadtsprecherin Sylvia Weck. Nun warte man auf die neuerliche Ausschreibung. Johanngeorgenstadt will mangels eines geeigneten Gebäudes Abstand von einer weiteren Bewerbung nehmen. Vertreter der anderen infrage stehenden Kommunen waren zunächst nicht erreichbar. va