Plauener Innenstadt wieder frei für Alkies?

Plauen Und auf einmal waren sie weg - die Schilder, die Teile der Innenstadt als Alkoholverbotszone ausweisen. Nein sie fielen nicht mutwilliger Zerstörung zum Opfer, vielmehr hatten sie quasi ihr Verfallsdatum erreicht. Mehr oder weniger von allen Beteiligten unbemerkt, lief das Verbot, sich im Bereich des Postplatzes und am Theaterplatz "die Kante zu geben", aus. Zuvor war es dahingehend geändert worden, dass nun im Lutherpark wieder die Flaschen kreisen durften - "zugunsten" des Theaterplatzes, wo vor allem die Eltern der Musikschüler und der Generalintendant des Theaters gegen die ungebetenen Promille-Gäste "Sturm" gelaufen waren. Doch ganz abgesehen davon, hatten sich die Stadträte bei ihrer Entscheidung im Mai vergangenen Jahres darüber geeinigt, dass das Verbot eh nur von April bis Oktober gelten solle. Aus Sicht der Verwaltung hat sich das Alkoholverbot bewährt, weshalb es letztlich schon einmal verlängert wurde.
Und hier setzt auch die Kritik von CDU-Fraktionschef Jörg Schmidt an. Seine Partei verstand sich von Anbeginn gewissermaßen als "Vorkämpfer" einer Null-Promille-Innenstadt. "Wenn etwas gut läuft und die Verwaltung sieht das ebenso, dann könnte man doch eigentlich davon ausgehen, dass die Verwaltung aus eigener kraft eine Vorlage zur weiteren Geltung des Verbots einbringt", sagt Schmidt und räumt ein, dass das Auslaufen des Verbots wohl niemand so recht auf dem Schirm gehabt habe. Dessenungeachtet verweist er auf die heutige Fraktionssitzung seiner Partei. "Unser Antrag, den Polizeipräsidenten Südwestsachsens, Conny Stiehl, nach Plauen einzuladen, um über die derzeitige Situation in der Innenstadt zu berichten, einschließlich der Arbeit des Kriminalpräventiven Rates, liegt morgen der Verwaltung auf dem Tisch." Außerdem möchten wir etwas über die Hintergründe der Messerstechereien in der Innenstadt und der Siegener Straße erfahren und welche Maßnahmen künftig dagegen ergriffen werden. Großes Gewicht misst Schmidt zudem dem am 1. Januar 2020 in Kraft tretenden neuen sächsischen Polizeigesetz bei. Dort werde aller Voraussicht nicht mehr verankert sein, dass eine Alkoholverbotszone nur zwei Plätze und drei angrenzende Straßen umfassen dürfe, sondern - bevorzugt von der CDU - die gesamte Innenstadt oder wenigstens größere Teile als bisher. Und auch eine zeitliche Begrenzung werde wohl wegfallen. Als weitere Option sieht Schmidt das Ausweisen einer Waffenverbotszone. Dass in Pllauen keine Verhältnisse herrschen wie in der Leipziger Eisenbahnstraße weiß der CDU-Mann natürlich auch - allerdings sind Messer und Pfeffersprays eben auch gefährliche Waffen. "Und auch an der Videoüberwachung bleiben wir dran", avisiert Schmidt. Was das neue Polizeigesetz hergibt, darüber werde man sich noch detailliert kundig machen. top