Plauener Hütte versinkt im Schnee

Der diesjährige Schneewahnsinn in den Alpen ist noch nicht vorbei. Wegen dem extrem schneereichen und stürmischen Winter im Bereich der Plauener Hütte muss dieses Domizil weiter geschlossen bleiben.

Mayrhofen/Österreich - Die Hüttenwirte Michael Puntigam und Edith Haberl teilten am Sonntagnachmittag mit: "Wir waren am Freitag mit dem Hubschrauber oben und haben eine Bestandsaufnahme gemacht. Der Saisonbeginn ist jetzt auf den 28. Juni verschoben, da wir keine Möglichkeit haben, das Ganze früher zum Laufen zu bringen", so die Betreiber.

Rund um die Hütte liegen noch immer vier Meter Schnee. Der Zugang zur Uferstraße am Stausee war durch Lawinen lange verschüttet und ist nach Schneeschmelze erst seit 14 Tagen frei. Deshalb konnte bislang auch noch keiner aufsteigen. Die Plauener Hütte liegt im Zillertal 2364 Meter über dem Meeresspiegel. "Der Schnee hat ganz schön viel Schaden angerichtet", berichtet DAV-Hüttenwart Jens Winkelmann von der Sektion Plauen-Vogtland. Der Plauener saß mit im Hubschrauber und er schildert das Ausmaß der Zerstörung so: "Der Hütte selbst geht es gut. Wir laden alle Berg-Geher herzlich ein. Allerdings müssen wir einiges tun, bis wir öffnen können." So muss die Materialseilbahn von einer Spezialfirma repariert werden. Eine Lawine hatte eingeschlagen. Hüttenwirt Michael Puntigam dazu: "Der Baubeginn ist jetzt für 21. Juni geplant. Vorher können wir nichts hochbringen. Wir werden aber am kommenden Mittwoch aufsteigen, um vorab die Wasserversorgung und die Kläranlage frei von Schnee zu bekommen. Wenn alles gut läuft, haben wir die Hütte am 23. Juni technisch betriebsbereit", so Hüttenwart Michael Puntigam zu den anstehenden Arbeiten. Danach sollen ab 22. Juni auch frische Lebensmittel und Getränke hinauf geflogen werden.

Auf über 50 000 Euro Schaden beziffern die Experten die Schäden an Materialseilbahn und Hütte. Unter anderem ist das Vordach am Eingang des Gebäudes durch Orkanböen weggerissen worden. 

Besonders schlimm und teuer sind die Schäden an der Materialseilbahn. "Durch Anraum, Schneedruck und weitere Schneefälle sind Tragseil und Zugseile so schwer geworden, dass ein Tragelement gebrochen ist", schreiben Edith Haberl und Michael Puntigam. 

Die Plauener Hütte wurde am 19. Juli 1899 im Zillertal eingeweiht. Die Hütte gilt als der höchste Punkt von Plauen, obwohl sie in den Zillertaler Alpen und damit auf österreichischem Boden steht. Das einst als Notunterkunft erbaute Haus gilt mittlerweile als "Juwel der Zillertaler Alpen". Edith Haberl und Michael Puntigam hatten vor sechs Jahren die Bergwanderer-Herberge über dem Zillergründl als Hüttenbetreiber übernommen. Die Besucherzahl ist seither von 900 Übernachtungen auf 1900 pro Jahr gestiegen. Für Edith und Michael ist es jetzt der siebente Sommer. kare