Plauener Galerie zeigt umstrittenes Bild

Die Stadt Zwickau hat es abgewiesen, die Ideengeber wollen nichts mehr davon wissen und der Künstler gesteht Fehler bei der Absprache ein. Jetzt wird das aufsehenerregende Werk erstmals öffentlich gezeigt - und zwar in Plauen.

Plauen - Mit einem Kunstwerk, das bereits vor seiner eigentlichen Fertigstellung Schlagzeilen machte, startet die Galerie Forum K in Plauen in die neue Ausstellungssaison. Erstmals im neunjährigen Bestehen der Einrichtung wird es eine Ein-Bild-Schau geben, sagt Galerist Andy Darby. Im Mittelpunkt steht das Bild über die Zwickauer NSU-Terrorzelle des Plauener Künstlers Thomas Beurich.

Der Maler wäre nie selber auf die Idee gekommen, die braunen Ereignisse in der Robert-Schumann-Stadt auf der Leinwand zu thematisieren, wenn nicht ein Zwickauer Kunstfreund zusammen mit einem Veranstaltungsunternehmen, das der Stadt nahestehe, ihm den Vorschlag unterbreitet hätte. Mehrfach hätten sich die Zwickauer mit Beurich im Sommer vergangenen Jahres getroffen, um über die Entwürfe und die weitere Entwicklung des Kunstwerkes zu sprechen. Der Plauener machte sich daraufhin an die Arbeit. 

Die Wende kam Ende Oktober. Die Stadt Zwickau positionierte sich zu dem Bild. Nach dem Oberbürgermeisterin Pia Findeiß sich das Bildmotiv anschaute, zog sie die Reißleine und wies den Auftrag zurück. Für ein Kunstwerk mit einem angedeuteten Hakenkreuz gebe es in Zwickau keinen Platz. Auch als hässlich sei die Arbeit bezeichnet worden. "Ich kann damit leben", so Beurich. Im Nachhinein betrachtet müsse er einen Fehler eingestehen. Vertraglich den Auftrag für das Bild festzuhalten, daran habe der Plauener Künstler nicht gedacht. Denn nach dem Rückzieher der Stadtverwaltung drehten auch die Initiatoren dem Plauener nach und nach den Rücken zu. "Das hat mich nicht abgehalten, das Bild fertig zu machen."

Nun steht Beurich mit einem XXL-Kunstwerk da, das sein eigentliches Ziel verfehlt hat. Momentan hängt das 3,40 Meter mal 2,20 Meter große Bild an einer Wand in der Galerie Forum K und soll ab Freitag unter dem Titel "Zelle - Ein Bild, ein Thema, eine Ausstellung" zwei Wochen lang erstmals öffentlich gezeigt werden. "Die Zwickauer haben das zu persönlich genommen", meint Beurich. Das Terror-Bild sollte in keinster Weise den Ruf der Stadt schädigen. "Es ist ein Problem der gesamten Gesellschaft." 

Zwickau sei unfähig mit dem Thema umgegangen, findet Galerist Andy Darby. "Die Stadt macht lieber die Augen zu." Selbst wenn es nicht den Geschmack der Oberbürgermeisterin getroffen habe, hätte sich Zwickau damit auseinander setzen können, findet Darby. Dies soll nun in Plauen passieren. Zur Vernissage am Freitag, 19.30 Uhr, hat Darby neben Pia Findeiß auch die Zwickauer Kunstvereine eingeladen. Der Dresdner Künstler Alexander Neumann wird über die Thematik und das Kunstwerk in seiner Laudatio sprechen. 

Thomas Beurich wird wohl nicht auf seinem Bild sitzen bleiben. Ein privater Kunstsammler aus Dortmund habe Interesse angemeldet. Eine Kunstinstitution aus Dresden habe ebenfalls bereits Sympathien für eine Ausstellung und einen Ankauf des Bildes gezeigt.