Plauener fertigt Schmuck für gedehnte Ohrläppchen

Die Herstellung von Tunnels und Plugs, Anhängern, Ringen und Armreifen in allen erdenklichen Variationen, ist die Leidenschaft von Sebastian Hermann aus Plauen. Der 24-Jährige baut sich gerade eine eigene Existenz auf.

Plauen - "Mit einer Bastelei für den Eigenbedarf hat es begonnen. Ich selbst habe gedehnte Ohrläppchen und war immer auf der Suche nach neuem Schmuck, leider ähnelte sich immer alles sehr und so kam ich darauf, meine eigenen Stücke herzustellen. Schließlich kamen immer mehr und mehr Freunde und Bekannte mit ihren Wünschen zu mir, bis mir der Gedanke kam, das Ganze professionell aufzubauen. Nach der Schule habe ich eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht, danach bin ich zur Bundeswehr gegangen, wo ich bis vor Kurzem war. Um mein Geschäft auf richtige Beine stellen zu können mache ich gerade meinen Wirtschaftsfachwirt", so der kreative Kopf.

2009 meldete er das Gewerbe an und richtete einen Onlineshop ein. Den Keller im Elternhaus an der Reusaer Straße baut er als Werkstatt mit Kundenbereich um. "Ich habe gemerkt, dass ich neben dem Internetgeschäft auch Kunden habe, die sich das Material schon vorher einmal ansehen wollen, deshalb brauche ich eine Möglichkeit für Beratungsgespräche. Im Sommer 2012 möchte ich alles fertig haben", so Hermann.

Cocobolo, Palisander, Ebenholz oder Teek sind Edelhölzer, die er gern verarbeitet. Dazu kombiniert er Metall, Speckstein oder Swarowski-Steine. Qualität ist ihm sehr wichtig, betont er ausdrücklich. Eulen und Anker liegen gerade besonders im Trend. Die gefallen ihm selbst sehr gut. Deshalb lässt er seinen eigenen Ideen gern freien Lauf, versucht sich an immer neuen Variationen und lässt sich stämdig inspirieren. Auch die Wünsche seiner Kunden versucht er immer zu erfüllen. Wenn etwas beispielsweise vom Größenverhältnis her nicht umzusetzen ist, sucht er im Gespräch nach einer Lösung, denn auch die Zufriedenheit eines Auftraggebers ist ihm wichtig. Ab und an kann es auch mal vorkommen, dass ihm das fertige Teil so gut gefällt, dass es ihm fast schwer fällt, sich davon zu trennen.

Immer achtet er darauf, dass alle Schmuckstücke Unikate bleiben. "Manchmal kommen Leute zu mir, die etwas gesehen haben was sie auch möchten. Dann verändere ich zumindest kleine Details um die Individualität zu erhalten", so der Plauener. Nur noch zwei weitere Schmuckkünstler dieser Art hat er in ganz Deutschland ausfindig machen können, kein Wunder also, dass die Nachfragen groß sind und sogar aus Österreich und der Schweiz kommen.

Der Trend zu den gedehnten Piercings wächst sichtlich. Aus der Bildhauerkunst ist bekannt, dass besonders in Asien gedehnte Ohrlöcher bereits vor Tausenden von Jahren üblich waren, und viele afrikanische und südamerikanische Volksstämme nutzen diese Form des Körperschmucks noch heute, wobei unter anderem die Lippen auf zum Teil enorme Größen gedehnt werden. Heute hat die moderne Form des Körperschmucks diese alte Technik erneut populär gemacht und ist in zahlreichen Jugend- und Subkulturen zu finden.

Dabei wünschen sich vor allem weibliche Trägerinnen eine große Auswahl verschiedener Farben, Formen und Designs, die genau wie Ohrringe zur Kleidung entsprechend kombiniert werden können. Ich mache für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel etwas. Vor allem aber baue ich Schmuck in allen Arten und Varianten. Auch wer keine großen Ohrlöcher hat, bekommt von mir Ohrschmuck, Anhänger für Ketten, Ringe oder Armreifen. Eigentlich alle die Schmuck lieben, sind bei mir richtig", sagt Sebastian.