Plauener erwürgt Ehefrau

Ein 63-jähriger Plauener hat Sonntagabend seine Frau erwürgt und dann versucht sich selbst zu töten: Per Sprung von der Sperrmauer der Talsperre Pöhl. Die Wasserwacht Plauen rettete jedoch den Mann, der in Plauen ein Elektrogeschäft führt. Am Montag wurde er dem Haftrichter vorgeführt.

Von Cornelia Henze

Plauen Ehedrama in der Plauener Ostvorstadt: Laut Polizeisprecher Jan Meinel wählte der 63-Jährige Plauener Elektromeister 18.40 Uhr den Notruf und gestand am Telefon seine Tat. Dann habe er erklärt, dass er sich jetzt von der Sperrmauer der Talsperre Pöhl stürzen wolle.
Von da an läuft die Rettungsmaschinerie. Während Retter wie die Plauener Berufsfeuerwehr und der Notfallwagen gen Talsperre fahren und eine Suchaktion beginnt, findet die Polizei in der ehelichen Wohnung die Leiche der 63-jährigen Ehefrau. Nach ersten Erkenntnissen sei die Frau erwürgt worden. Der Leichnam der Frau soll nun obduziert werden, um die Todesursache zu ermitteln.
Es sind die Kameraden der Wasserwacht Plauen, die den Mann am Sonntagabend aus dem Wasser ziehen. Man habe gesehen, dass da auf der Sperrmauer was los sei, dass da ein größeres Aufgebot an Leuten stehe, sagt Wasserwachtschef Kai Hansen. Vier seiner Leute waren da schon mit dem Motorboot unterwegs und haben kurz drauf den Grund des Auflaufs gesehen: Der Mann habe an einem von der Sperrmauer herabhängenden Seil oder einer Leitung gehangen, habe sich dort festgehalten und habe Schwimmbewegungen gemacht. "Der Mann wollte wohl doch nicht sterben", vermutet Hansen. Der Plauener hat seine Selbsttötungsbsichten wahr gemacht und ist von der Mitte der Staumauer mehrere Meter in die Tiefe gesprungen - zu seinem Glück landete er im Wasser. Sein Team habe den ums Überleben Kämpfenden ins Boot geholt, so Hansen. "Der Mann ist widerstandslos ins Boot gekommen. Auf meine Leute wirkte er stabil, aber seelisch aufgelöst. Er hat davon gesprochen, dass er seine Frau getötet habe, aber doch so sehr geliebt habe." Die Wasserretter übergeben den mutmaßlichen Täter der Polizei. Der Mann, der sich nach seiner Tat selbst töten wollte, ist unverletzt, wird aber vorerst ins Krankenhaus gebracht. Am Montag wurde er dem Haftrichter am Amtsgericht Zwickau übergeben. Der Plauener habe sich zur Vernehmung nicht zum Tatvorwurf geäußert, erklärt Jürgen Pfeiffer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Zwickau. Nach bisheriger Erkenntnis sei der 63-Jährige psychisch krank, daher sei er, als er die Tat begang, schuldunfähig oder vermindert schuldfähig gewesen. Die Ehefrau hatte er ohne Zuhilfenahme von Werkzeugen getötet - sie wurde mit den Händen erwürgt. In die forensischen Psychiatrie Leipzig wurde er zur einstweiligen Unterbringung verbracht.
Psychiatrische Gutachten und ein späterer Prozess werden ergeben, ob der Plauener in Folge dauerhaft in der Forensik untergebracht werden wird oder eine Haftstrafe ergeht.