Plauener Erfolgs-Quote könnte nach hinten losgehen

Die bundesweit bis 2013 umzusetzende Betreuungsquote für Kleinkinder hat Plauen längst erreicht. Doch bald könnte sich daraus ein anderes Problem ergeben: Ein Mangel an freien Plätzen in den Kitas.

 

Plauen - In den Kinderkrippen der Bundesrepublik wird bis zum Jahre 2013 die Erfüllung der Kleinkinder-Betreuungsquote der unter Dreijährigen in Höhe von 35 Prozent angestrebt. "Die Quote haben wir bereits übertroffen", zeigt sich Lutz Schäfer, Fachgebietsleiter für Kinder-, Jugend- und soziale Angebote, zufrieden. Gegenwärtig liegt sie in der Stadt Plauen bei rund 40 Prozent. Doch diese Entwicklung bereitet auch Sorgen: Die Inanspruchnahme der Krippenplätze stieg innerhalb kürzester Zeit von 26 Prozent im Jahre 2006 um 14 Prozent auf nunmehr fast 40 Prozent. Damit einhergehend: neue Investitionen für An-, Um- und Anbauten an bereits vorhandenen Kindertagesstätten und -krippen.

Und die Nachfrage nach freien Kapazitäten wird weiter steigen. Zum Stichtag 1. September 2011 rechnet er mit einer Betreuungsquote von 44 Prozent im Bereich der Krippenplätze und gar 88 Prozent bei den Kitas. "Diese Entwicklungen sind aber immer abhängig von unkalkulierbaren Faktoren", gibt Schäfer zu bedenken. Insbesondere die berufliche Entwicklung der Eltern, die Haltung des Unternehmens nach der Schwangerschaft und das Eintrittsalter der Kinder in eine Betreuungsstätte gelten als ausschlaggebend. "Aber auch die konjunkturelle und infrastrukturelle Entwicklung einer Region spielen dort hinein", erklärt er. Alle Einrichtungen in der Stadt sind gegenwärtig bis an ihre Kapazitätsgrenzen ausgeschöpft. Ein Mehr an freien Plätzen bedeutet aber auch immer ein Plus an Ausgaben. "Es kann", wie Schäfer erklärte, "aber nicht unendlich Kapazität geschaffen werden". Es ist - wie immer - eine Frage des Geldes.

Baumaßnahmen müssen finanziell gestemmt und das notwendige Fachpersonal bezahlt werden. "Deswegen sehe ich aber nicht schwarz". Plauen konnte bislang alle Herausforderungen in diesem Bereich meistern und bedarfsgerecht Krippen- sowie Kitaplätze zur Verfügung stellen." Dies soll auch zukünftig so bleiben. Zum Stichtag werden in der Stadt Plauen insgesamt 659 Kinderkrippenplätze für unter Dreijährige vorhanden sein. In der Altersspanne zwischen drei und sechs beziehungsweise sieben Jahren sind es dann exakt 1832 Plätze in den Kindertagesstätten. Für Entspannung der Situation möchte auch das Helios Vogtland-Klinikum Plauen sorgen. Das Krankenhaus plant im ersten Quartal des kommenden Jahres die Errichtung eines Betriebskindergartens. "Das Projekt befindet sich noch in der Genehmigungsphase", erklärt die Pressesprecherin der Klinik, Annett Lott. "Auch die Fördermittel-Anträge sind noch nicht bewilligt worden." Die krankenhauseigene Kita, die auch eine Kinderkrippe beinhalten soll, wird voraussichtlich Platz für 60 Steppkes bieten. 40 Plätze sind den Kindern der Mitarbeiter vorbehalten, weitere 20 werden der Öffentlichkeit angeboten.

 

Eine weitere Ursache für den rasanten Anstieg der Inanspruchnahme der Kinderkrippen könnte in der wieder leicht steigenden Geburtenrate liegen. Ist in der Stadt Plauen im Jahre 2008 mit 484 Neugeborenen ein noch nie dagewesener Negativrekord aufgestellt worden, so stieg die Zahl binnen eines Jahres um 20 Neugeborene wieder über die Marke von 500. Doch dies allein kann kein Anzeichen für die höhere Inanspruchnahme von Kindertagesstätten und Kinderkrippen sein. Ein weiterer interessanter Aspekt ist daraus aber zu entnehmen. Mit 504 Geburten 2009 erreichte die Stadt Plauen wieder das Level der Jahre 2002, 2003 und 2004. Eine deutliche Steigerung der Anzahl Neugeborener war auch im Jahr 2006 zu beobachten. Parallelen lassen sich unschwer erkennen, stieg doch in dem besagten Zeitraum die Nachfrage nach Plätzen im Kinderkrippenbereich deutlich.  E.H.