Plauener bekommt Geldstrafe für brutale Attacke

In einer Oktobernacht des Jahres 2007 schlug ein junger Plauener in Chrieschwitz brutal zu. Wegen vorsätzlicher Körperverletzung in zwei Fällen wurde der 23-jähriger Auszubildende jetzt am Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt.

Erst gegen Ende der Verhandlung schien es dem Angeklagten Carlo (23, Namen aller Betroffenen geändert) zu dämmern, dass er aus dieser Nummer keinesfalls ungeschoren herauskommen würde. Bis dahin wies er alle Anschuldigungen empört zurück und unterstellte mehreren Zeugen, sie hätten ihre belastenden und nach seinem Bekunden wahrheitswidrigen Aussagen im Vorfeld abgesprochen.

In der Nacht zum 7. Oktober 2007, 2.30 Uhr, kam es auf der Friedrich-Eckardt-Straße in Plauen-Chrieschwitz oberhalb der neuen Feuerwache zu einem verhängnisvollen Zusammentreffen. Vier junge Männer hatten in einem der nahe gelegenen Gärten den Geburtstag eines Kumpels gefeiert und befanden sich auf dem Nachhauseweg. Zu dieser Gruppe zählten auch der damals knapp 17 Jahre junge Sandro aus Oelsnitz und der 22-jährige Plauener Roland. Plötzlich sei ein dunkles Auto vorüber gefahren, dessen Insassen etwas Unverständliches aus dem geöffneten Fenster gerufen hätten, erinnerte sich Roland im Zeugenstand. Das Fahrzeug entfernte sich zunächst, kam aber schon kurz darauf zurück. Vier Leute seien dem Wagen plötzlich ausgestiegen , gaben mehrere Zeugen zu Protokoll. Einer aus der Geburtstagsgruppe hatte das nahende Unheil wohl geahnt und war rechtzeitig ins Gebüsch gesprungen. Die drei Anderen wurden sofort von der Gruppe aus dem Auto angepöbelt und später auch tätlich angegriffen.

 

"Wir haben diese Leute zunächst für Rechtsradikale gehalten", erklärte Sandro Beim Schubsen, Schlagen und Treten tat sich besonders der Druckerlehrling Carlo hervor. Zunächst schlug der Angeklagte dem Geschädigten Roland mit der Faust ins Gesicht. Und damit noch nicht genug: Kurze Zeit darauf trafen die Fäuste des Angreifers auch Sandro. Bei ihm waren die Verletzungen noch wesentlich gravierender. Der Oelsnitzer erlitt eine Nasenbeinfraktur und Absplitterungen an den oberen Schneidezähnen. Roland erkannte in Carlo den Angreifer zweifelsfrei wieder. Dabei legte er jedoch keinen großen Belastungseifer an den Tag: "Ich habe mich nicht so gefühlt, dass ich hätte zum Arzt gehen müssen." Die Täter konnten zunächst ein Jahr lang nicht ermittelt werden. Ausgerechnet zwölf Monate später erkannten die Geschädigten auf der Heimkehr von der Geburtstagsfeier des gleichen Freundes dann das auffällig verzierte Auto in einer Grundstückseinfahrt wieder.

 

Fünf Vorstrafen standen für den Beschuldigten zu Buche - allerdings nicht wegen Körperverletzung. Die Richterin hatte keine Zweifel an der Schuld des Angeklagten. Dieser habe weder Geständigkeit noch Reue gezeigt, begründete sie die Verhängung der 2800 Euro. Ob er vom Rechtsmittel der Berufung oder von jenem der Revision Gebrauch machen wolle, erkundigte sich die Vorsitzende am Schluss beim Verurteilten. "In diesem Staat nicht", erklärte Carlo in schroffem Tonfall.