Plauener Autoknacker eine organisierte Bande?

Wird Plauen die sächsische Hauptstadt der Autoknacker? Diese Befürchtung scheint real vor dem Hintergrund zahlreicher Fahrzeuge, die in den letzten Tagen aufgebrochen wurden.

Plauen - Gestohlen wird alles, was die oder der noch Unbekannte auf die Schnelle greifen kann. Immer wieder wurden in den letzten Tagen Fahrzeuge in Plauen aufgebrochen - am hellichten Tag, geparkt an belebten Straßen der Innenstadt. Oft haben sich die Besitzer nur für kurze Zeit entfernt, nicht selten haben sie sogar Vorsorge getroffen und Tasche oder Rucksack vor begehrlichen Blicken unter dem Sitz oder im Kofferraum verstaut - wie die junge Mutter, die dieser Tage nur wenige Minuten vor dem Kindergarten auf der Friedrich-Engels-Straße parkte, um ihre Zöglinge abzuholen. Als sie zurück kam, war die Heckscheibe des Polo eingeschlagen, der Rucksack mit persönlichen Dokumenten, Schlüsseln und Bargeld verschwunden. Vermutlich hatte der Dieb die Frau beobachtet.

Jens Scholze von der Pressestelle der Polizei Südwestsachsen in Zwickau, will dennoch keine Panik verbreiten. "Wir werden die Entwicklung beobachten, allerdings haben wir bis jetzt keine heiße Spur." Und deshalb könne man auch die Frage noch nicht beantworten, ob möglicherweise eine organisierte Bande dahintersteckt und gleich gar nicht, ob es sich um "durchziehende" Ganoven handelt. Vor Jahren zog sich die Spur einer vorwiegend in Zwickau und Umgebung agierenden Autoschieberbande aus Osteuropa bis Dänemark, wo man ihr nach längerer Zeit habhaft wurde.

Eine Sonderkommission zu bilden, sagt Scholze, sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant. Möglicherweise handelt es sich auch um Beschaffungskriminalität. Es sei nicht außergewöhnlich, dass Drogensüchtige ihren Konsum auf diese Weise finanzieren - und da beschädige man oft auch Autos, in denen kleinere Summen vermutet werden. Und die Reparaturkosten des Fahrzeuges wesentlich höher sind, wie die Betroffenen oft feststellen müssen.

Auf keinen Fall, rät der Polizist, solle man Wertgegenstände im Auto liegen lassen. Auch vermeintliche Verstecke bilden keine Gewähr, nicht ins Visier der Langfinger zu geraten. Andererseits weiß auch er, dass es nun mal schwierig ist, eine Tasche mit Sportsachen "unsichtbar" zu machen. Für keine gute Idee hält er die in manchen Ländern geübte Praxis das Auto unverschlossen zu lassen, damit sich die Gauner selbst "überzeugen" können, dass nichts zu holen ist. Sicher könne ein Blick auf die Umgebung nicht schaden, wenn man sein Fahrzeug verlässt, um verdächtige Personen auszumachen, fügt Scholze an. - Vermutlich wird die nächste Polizeimeldung über ein aufgebrochenes Fahrzeug nicht lange auf sich warten lassen. tp

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