Plauener Asylbewerber erneut Opfer von Gewalt

Erneut wurden Asylbewerber in Plauen Opfer einer rassistisch motivierten Gewalttat. Eine Fensterscheibe ihrer Wohnung ging zu Bruch, die Nordafrikaner wurden auf das Übelste beschimpft.

Plauen - Einer Mitteilung der Plauener Organisation Refugees support - engagierten Plauenern, die sich gemeinsam mit dem Flüchtlingsrat um Asylbewerber in Plauen kümmern und sie beispielsweise auch bei Behördengängen unterstützen - wurde in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober, zwischen 22.30 und 23 Uhr die Fensterscheibe einer dezentralen Flüchtlingswohnung in Neundorf mit einer Flasche eingeworfen.

Die vier dort untergebrachten Tunesier und Libyier hatten die Wohnung erst an diesem Tag bezogen. Nach Informationen von Refugees Support soll am späten Abend ein vermeintlicher Nachbar geklopft und zunächst freundlich gefragt haben, wie viele sie wären und ob Frauen in der Wohnung sind.

Einige Zeit später habe es erneut am Fenster der vier Nordafrikaner geklopft. Als die Bewohner dem Mann zu verstehen gaben, dass sie gerade essen und keine Zeit hätten, wurde kurz nach dem Schließen des Fensters die Scheibe eingeworfen. Danach kam es noch zu Bedrohungen: "Willkommen, ihr scheiß Ausländer", "Wir bringen euch um". In der darauf folgenden Nacht soll es erneut zu Beleidigungen und Morddrohungen gekommen sein.

Die Betroffenen, heißt es in der Mitteilung weiter, seien seitdem stark verunsichert, für einen Libyier ist es bereits die zweite rassistisch motivierte Gewalttat seit seiner Ankunft in Deutschland. Bereits in der ersten Septemberhälfte war der 28-jährige Barry von mehreren Besuchern des Klostermarkttreffes angepöbelt und aufgefordert worden, Deutschland zu verlassen. Nach Rangeleien sei er auch geschlagen worden, sagte Barry damals dem Vogtland-Anzeiger. Nur weil der junge Mann sich damals nicht provozieren ließ und flüchten konnte, wurde Schlimmeres vermieden.

Nach diesen Ausschreitungen in der Nacht vom 13. zum 14. September war es am darauffolgenden Dienstag zu einer Demonstration unter dem "Motto "Break the Silence" durch die Plauener Innenstadt gekommen, bei der vor allem Jugendliche ihre Solidarität mit den Opfern zum Ausdruck brachten.

Die Betroffenen der jüngsten rassistisch motivierten Gewalttat haben Anzeige erstattet und hoffen nun auf Aufklärung. Wie "Refugees Support" abschließend mitteilt, handelte sich um die bereits achte (offizielle) Straftat gegenüber Flüchtlingen in Plauen in den letzten Wochen. va