Plauen zeigt sich von seiner besten Seite

Sommer, Sonne, Party und mehr - Plauen präsentierte sich am Wochenende zum 56. Spitzenfest im Feeling einer vitalen Stadt im Süden. Die Innenstadt war belebt wie lange nicht, auf den Bühnen wurden Programme für Jung und Alt geboten und auch das Drum und Dran samt der Nischen-Angebote gefiel dem Publikum.

Plauen - "Schaut gen Himmel, dieses Blau, so was haben wir in Leipzig nicht", schwärmte Guido Gentzel, Schlagzeuger der Firebirds am Samstag charmant wie humorvoll zum Auftritt auf dem schier übervollen Altmarkt, wohl nicht nur das schöne Wetter meinend, sondern die legere, angenehme Fest-Atmosphäre in der City, die vor allem von den vielen Besuchern ausging, die die Altstadt und Veranstaltungsorte der zahlreichen Bühnen, Stände, Aktionen und Plätze schön in Beschlag nahmen.

Ja, großer, freudvoller Trubel herrschte drei Tage lang an den zahlreichen Gastronomieständen. Die vielen Sitzgelegenheiten in Straßen, auf Terrassen in Biergärten vor den Bühnen wurden dankbar genutzt. Es fand ein aufgeschlossenes Kommen und Gehen, ein Sehen und Gesehen werden statt (viele schöne Kleider an hübschen Frauen, flotte, lässige Herren dazu) und ein Schlendern so wie es vielleicht - ja, es ist etwas übertrieben, was soll?s - in Städten wie Genua oder Marseille zu dortigen Festivitäten spürbar ist. Sommer in der City, in Plauen.

Die sportive Szenerie am Theater mit Sandstrand und Beachbasketball zu wunderbarer Musik vom Diskjockey Tellerwäscher serviert, die Tanzenden auf der Dobenaustraße, die je später die Abende wurden, desto ausgelassener beim Salsa schwoften, waren die Geheimtipps des Spitzenfestes, aber auch auf der Hauptbühne und im Lichthof gaben sich die Künstler alle Mühe, die Gäste bestens zu unterhalten.

Die Plauener Spitze bekam ebenso den würdigen Platz, ob im Museum beim Textilmarkt oder bei einer ausgewählten Exposition im Alten Rathaus. Die Jugend rockte unter dem Rathausturm. In der Stadt-Galerie tanzten sich viele Paare unter den Augen von Promijuror Llambi die Schuhsohlen kaputt, im Theater gab es ein feine Gala und der deutsche Wortkünstler und Poet Heinz-Rudolf Kunze mit Band brachte es fertig, inmitten des Treibens leise Töne auf dem Altmarkt anzuschlagen und ein feines Konzert zu präsentieren, also, es muss nicht immer laut und krachend sein.

Eine neue, nicht wenige Besucher irritierende Qualität von Produktplatzierung wurde auf derselben Bühne ebenso geboten. Die Werbung wurde schier übergroß geschrieben, bei kulturellen Beiträgen der einzelnen Künstler liefen auf der großen LED-Leinwand jeweils verschiedene Reklame-Spots. Und so rockten und rollten die Firebirds ihre Version von Rock around the clock, während hinter ihnen Strom, Bier, Versicherungs- und andere Kunden mit bunten Bildern becirct wurden.

Ob Kultur und Kommerz so sein müssen, fragte man sich. Die Antwort hatte ein Mann im Publikum parat. "Der Kuss ist gesponsert von Sternquell", sagte der zu seinem Mädchen und knutschte danach die Liebste ab. fb