Plauen zeigt Braunen die rote Karte

"Wir wollen keine Rechtsextremen in Plauen und keine demokratiefeindlichen Äußerungen." Diese beiden Forderungen durchziehen alle Aktionen und Veranstaltungen des Runden Tisches am 1. Mai.

Plauen - "Wir wollen auf den Aufmarsch der Rechtsradikalen in Plauen reagieren", sagt Superintendentin Ulrike Weyer und jeder sei herzlich eingeladen, der die verschiedenen, vom Runden Tisch organisierten Veranstaltungen, friedlich begleiten will. Und derer gibt es vom Vormittag bis in die Abendstunden zahlreiche.

Umrahmt werden sie, so Weyer, von einem Gottesdienst 9.30 Uhr in der Lutherkirche unter dem Motto "Betet für Gerechtigkeit und Frieden in Stadt und Land" und einem abschließenden Friedensgebet, 17 Uhr, in der Pauluskirche. Die eigentliche Kundgebung zum Tag der Arbeit unter dem zentralen Motto "Zeit für mehr Solidarität" beginnt 10.30 Uhr auf dem Theaterplatz. Kurze Reden sind avisiert und ein besonderer Gast - kurz bevor sich der Demonstrationszug gen Bahnhofstraße in Bewegung setzt, wird Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel erwartet, der vorher in Zwickau zu Gast ist. Gabriel wird sich an der Demonstration beteiligen, die bis Höhe Jößnitzer Straße führen und dann zum Theaterplatz zurückkehren wird.

Ab 11 Uhr beginnt dann quasi die kreative Phase der Mai-Veranstaltungen: Die Straße der Musik entlang der August-Bebel-Straße. Keine Reden, ausschließlich "1.000 Meter gegen Nazis", so das Motto. Die Resonanz ist groß, mittlerweile musste einigen Bewerbern sogar abgesagt werden. Auf alle Fälle mit dabei die Band "Lautstark", die ihrem Namen an diesem Tag sicher alle Ehre machen wird. Bis 15 Uhr bekommen die Neonazis, die sich hier und an einer weiteren Stelle auf Sicht-und Hörweite der demokratischen und friedlichen Demonstranten befinden, ordentlich was auf die Ohren.

Das Bürgerfest - gedacht als bunter Familiennachmittag - beginnt dann 13 Uhr auf dem Theaterplatz. "Wir wollen auch jenen Menschen gerecht werden, die ihre demokratische und tolerante Gesinnung zum Ausdruck bringen möchten, ohne auf irgendeine Weise in Kontakt mit Neonazis zu kommen", sagt Diana Zierold vom Runden Tisch. Das sieht Jörg Menke genauso: Es gehe darum, die breite Bürgerschaft anzusprechen die nicht bereit ist, sich aus ihrer Stadt verdrängen zu lassen.

Bis etwa 19 Uhr wird eine Band auftreten und Tanzgruppen, wird es Unterhaltung für Kinder und Erwachsene geben, inklusive eines breiten kulinarischen Angebotes. Eingeladen, so der Geschäftsführer des DGB Südwestsachsen, Ralf Hron, sind auch Asylbewerber, für deren Schutz man selbstverständlich sorgen werde. Mahnwachen wird es 10 Uhr vor einer Asylbewerberunterkunft auf der Pausaer Straße geben, ab 12 Uhr in der Erlöser- und ab 16 Uhr in der Pauluskirche. Neben Rechtsextremen aus der Region haben sich auch Neonazis aus ganz Deutschland, aber auch aus Ungarn und England angesagt. Ein hohes Gewaltpotential - auch aus dem linken extremistischen Spektrum - sei zu erwarten, sagt der Gewerkschafter. Dem Vernehmen nach sollen rund 500 Einsatzkräfte der Polizei für einen friedlichen Verlauf der Maifeiern in Plauen sorgen.