Plauen wird zu Entenhausen

Plauens Vogtlandmuseum zeigt die größten Kunstwerke, die die Welt vom Mittelalter bis in die Moderne je gesehen hat. Meister wie Albrecht Dürer und Lucas Cranach, da Vinci und Claude Monet, Frida Kahlo und Edvard Munch haben die Wände mit ihren berühmtesten Werken "tapeziert". Das "Ding" hat nur einen Haken: Alle Konterfeis tragen einen Entenschnabel á la Donald Duck. Die wohl berühmteste Ente aller Zeiten aus dem Hause Disney hat 1986 eine Braunschweiger Künstlergruppe inspiriert, sie zum Blickfang auf sämtlichen Meisterwerken der Kunst zu erheben. Seitdem haben zwei Millionen Menschen die Enten-Kunst gesehen in ganz Deutschland und sogar im Ausland. Vom 27. November bis 26. April 2020 hängen 150 Werke der "Duckamenta" im Vogtlandmuseum. Hergeholt hat die Entenkunst Stefanie Gebler, die die Wanderausstellung 2016 in Leipzig gesehen und sofort dafür Feuer gefangen hatte. "Es darf natürlich viel gelacht werden", sagt die Kunsthistorikerin. Das Amüsante dabei: Stefanie Gebler und ihr Team haben die Entenkunst wie zufällig eingereiht in die dauerhaft zu sehenden Arbeiten von Vogtlandkünstlern. So begegnen sich die gelbschnabelige Mona Lisa und eine Landschaft von Alwin Enders, neben Hermann Pampels Handwerkerporträt haben sich Canarois "behütete" (Enten)Mädchen eingeschlichen, nahe von Fredo Bley und Felix Bartl posieren Enten als Sissi und Kaiser Franz, Martin Luther und Vermeers Mädchen mit dem Perlenohrring, sie standen Modell für die Selbstporträts von Vincent van Gogh (Foto) und Frida Kahlo. Donald Duck versteckt sich in Monets Seerosenteich und sitzt an Leonardos Abendmahl-Tafel und fläzt sich auf einer Picknickdecke, die einer der Impressionisten auf die Wiese gezaubert hat. Als Keramik hat sich Donald Duck in die Gänsepfanne fürs Heiligabend-Mahl gelegt - zu entdecken auf dem Tisch des Weihnachtszimmers. Guten Appetit.    cze